01.07.2013 | Top-Thema Wohnen für ein langes Leben

Interview Kerstin Kirsch: Die Gewichte zwischen den Altersgruppen verschieben sich

Kapitel
Seniorensicherheit: Auftaktveranstaltung in einem GEWOBAG-Haus in Schöneberg
Bild: GEWOBAG, Berlin

Kerstin Kirsch ist Geschäftsführerin der GEWOBAG MB Mieterberatungsgesellschaft mbH und unter anderem verantwortlich für die Quartiersentwicklung von 13 Quartieren der GEWOBAG. Ein wichtiges Handlungsfeld ist dabei „Aktives Wohnen im Alter“.

Hat die GEWOBAG ein Erfolgsrezept für das Wohnen im Alter?
Das Wohnen zu Hause ist die bevorzugte Wohnform im Alter. Doch die Zufriedenheit unserer älteren Mieter hat viel mit ihrem Wohnumfeld zu tun. Genau hier setzen unsere neuen Projekte an: Wohnen umfasst insbesondere im Alter auch die Nachbarschaft, die sozialen Kontakte und Aktivitäten sowie alle Einrichtungen im Umfeld. Gerade in einer Gesellschaft, in der sich die Gewichte zwischen den Altersgruppen verschieben, sind wir als Wohnungsgesellschaft gefragt. Der GEWOBAG ist wichtig, dass Jüngere und Ältere überhaupt Kontakt haben, einander helfen und zusammenhalten.
Wie schätzen Sie die älteren Mieter der Zukunft ein?
Ein bequemes „barrierearmes“ Wohnen – wünschen wir uns das nicht alle, unabhängig von Alter, Herkunft und Lebenssituation? Doch wir wissen auch, dass die Älteren der Zukunft anders sein werden. Sie sind ohne Krieg und Entbehrungen großgeworden und haben den technischen Fortschritt und den Dienstleistungsgedanken selbst mitentwickelt. Mit dem Austritt aus dem Berufsleben beginnt nicht wie bislang die letzte Lebensphase. Unsere älteren Mieter werden verschiedene Lebensphasen durchleben – nicht zuletzt dank der guten medizinischen Versorgung.

Wie sieht Ihre Vision „Wohnen im Alter 2023“ aus?
2023 werden wir aktive Generationen älterer Menschen mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen erleben. Dabei spielt die Wohnung als Wohlfühlort eine große Rolle. Doch die Wohnungswirtschaft ist neben den baulichen Anforderungen gefordert, Räume für Möglichkeiten und ein breites Netz an bezahlbaren Dienstleistungen bereitzustellen. Aktive Menschen setzen im Alter auf gemeinschaftliches Erleben und auf gegenseitige Unterstützung zwischen den Generationen. Die GEWOBAG wird die neuen Anforderungen bei allen Baumaßnahmen, ob Modernisierungen im Bestand oder bei künftigen Neubauvorhaben, berücksichtigen.
Frau Kirsch, vielen Dank für das Interview.


Das Interview führte Dr. Gabriele Mittag, Berlin.

Schlagworte zum Thema:  Demografischer Wandel

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