Die GWW Wiesbadener Wohnungsbaugesellschaft mbH (GWW) will in den nächsten Jahren bis zu 600 Wohneinheiten in Biebrich und Kostheim errichten. Dafür wurden eigens Grundstücke erworben. Daneben sollen bereits bestehende Quartiere, die bauliche Defizite aufweisen, restrukturiert werden. Das verkündete das Wohnungsunternehmen bei seiner Jahrespressekonferenz.

Durch zwei Ankäufe in Biebrich und Kostheim sei es gelungen, insgesamt rund 9 Hektar Grundstücksfläche zu akquirieren. Im Areal Gräselberg im Wiesbadener Stadtteil Biebrich sowie auf dem Grundstück an der Kostheimer Landstraße/Müfflingstraße im Stadtteil Mainz-Kostheim sollen in den kommenden Jahren bis zu 600 neue Wohneinheiten entstehen. Das Baurecht beider Grundstücke müsse allerdings erst noch geschaffen werden.

Und das ist nicht die einzige Schwierigkeit:

"Aufgrund der guten Baukonjunktur laufen deutschlandweit die Baukosten aus dem Ruder. Es wird auch für uns zunehmend schwieriger, Baufirmen zu finden, die überhaupt noch Angebote abgeben", Hermann Kremer, GWW-Geschäftsführer

Auch Fördermittel der Länder und der Kommunen könnten diese Kosten nicht ausgleichen.

Restrukturierung bestehender Quartiere

Bis die erworbenen Grundstücke tatsächlich bebaut werden können, sollen Bestandsquartiere mit neuen Bebauungskonzepten restrukturiert werden. In der Hermann-Löns-Siedlung in Wiesbaden-Schierstein werden die bestehenden Gebäude neu angeordnet. Die Anzahl der Wohnungen soll mit dieser Maßnahme um rund 65 Prozent erhöht und die Wohnqualität in dem Quartier verbessert werden. Der Grünflächen-Anteil soll bei der Neuausrichtung beibehalten werden. Pkw-Stellplätze werden daher künftig in Tiefgaragen untergebracht.

"Darüber hinaus lassen sich durch einen Neubau die baulichen Defizite des Bestands beseitigen. Alle neuen Wohngebäude erhalten Aufzugsanlagen, wodurch wir der wachsenden Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum besser Rechnung tragen können", Hermann Kremer, GWW-Geschäftsführer

Insgesamt sind derzeit rund 1.900 Wohnungen in der Entwicklung (400 Wohneinheiten) beziehungsweise in Planung und Bauvorbereitung (1.500 Wohneinheiten). Die GWW investiert in diese Bauvorhaben rund eine halbe Milliarde Euro – knapp die Hälfte des budgetierten Wohnungsneubauprogramms des Wohnungsunternehmens. Rund 30 Prozent der Neubauwohnungen werden gefördert.

Positive Jahresbilanz

Im Jahr 2017 konnte die GWW bei einer Bilanzsumme von rund 513 Millionen Euro einen Jahresüberschuss von über 13,2 Millionen Euro erzielen. Die Schwestergesellschaft GeWeGe konnte in dem abgeschlossenen Geschäftsjahr bei einer Bilanzsumme von knapp 270 Millionen Euro ihren Überschuss im Vergleich zum Vorjahr auf rund 1,1 Millionen Euro verdoppeln.

Die im Berichtszeitraum erwirtschafteten Gewinne stammen weitgehend aus Verkäufen ausgewählter Bestandsobjekte. Die benötigten Eigenkapitalmittel für die Finanzierung der geplanten Investitionen in Höhe von rund 1 Milliarde Euro sollen auch in den kommenden Jahren durch Bauträgergeschäfte sowie durch den Verkauf ausgewählter Bestandsobjekte generiert werden.