Zinsentwicklungen in den USA und Deutschland

Im Dezember des Jahres 2016 erhöhte die Fed zum zweiten Mal seit dem Jahr 2008 ihr Leitzinsniveau (marginal). Finanzkapital wurde dadurch zurück in die USA gezogen. Dadurch stiegen die Kurse der US-amerikanischen Staatsschuldentitel zu Ungunsten jener von anderen Staaten wie zum Beispiel Deutschland.

Deutsche Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit rentieren seit Ende 2016 wieder im Positiven, mit über +0,2 Prozent Anfang 2017. Für derartige Geldanlagen in den USA wurde mehr Auslandswährung in US-Währung getauscht, so dass mit dem U.S.-Marktzinsniveau auch die Dollar-Wechselkurse zu Gunsten eines teureren Dollars anstiegen. Am 16. Dezember 2016 überschrieb das Handelsblatt (Nr. 244, S. 31) einen Artikel entsprechend mit: "Wende am Anleihemarkt". Und bereits am 6. Januar 2017 wurde ein Artikel im Handelsblatt (Nr. 5, S. 47) mit "Anleihen: Die Zinswende macht keinen Spaß" tituliert. Wäre diese Zinswende nachhaltig, aber immer noch moderat, könnte sie mit weiterhin steigenden Immobilienpreisen in Deutschland einhergehen und damit sinkende Renditen an den Immobilienmärkten befeuern.

Was bedeutet das für deutsche Wohnungsbaukreditgeschäfte?

Für deutsche Wohnungsbaukreditgeschäfte bedeutet diese Markentwicklung ein Anziehen der Konditionen. Während Bundesbank-Statistiken Anfang Januar 2017 den letzten monatsdurchschnittlichen Effektivzins im Neugeschäft mit privaten Haushalten nur bis November 2016 veröffentlichen und dabei den Rekord-Niedrigzinssatz in Höhe von 1,67 Prozent ausweisen, lassen Finanzierungen eigener Beratungsprojekte bereits im Dezember 2016 Zinserhöhungen vernehmen. Allein die KfW-Bank (die keine Bank im Sinn des Gesetzes über das Kreditwesen darstellt und sich nur durch ein Ausnahmegesetz Bank nennen darf) erhöhte in den letzten Monaten ihre Jahreskonditionen in spezifischen zwanzigjährigen Förderprogrammen um 0,4 Prozentpunkte. Relativ betrachtet handelt es sich um enorme Zinssatzsteigerungen, wenngleich das Zinsniveau im historischen Vergleich immer noch auf niedrigstem Niveau liegt.

Lesen Sie mehr im nächsten Teil dieses Beitrags: Zusammenhang der Zinsniveauentwicklungen im Eurosystem und US-amerikanischer Entwicklungen

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