24.11.2015 | Top-Thema Mit Bildung gegen den Fachkräftemangel

Nachwuchswerbung durch Trainee-Programme

Kapitel
Zahlen die anderen mehr? Die Gehälter im Branchenvergleich.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Nachwuchskräftemangel etwas weniger abstrakt: "Die Beschäftigten im Alter von bis zu 35 Jahren machen in den Unternehmen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft gerade einmal einen Anteil von 18 Prozent aus, während der Anteil dieser Altersgruppe bei den Erwerbstätigen insgesamt 29 Prozent beträgt. Damit besteht Handlungsbedarf," weiß Hans-Michael Brey, der als geschäftsführender Vorstand der Akademie der Immobilienwirtschaft e.V. in Berlin die Zahlen genau kennt. Doch auch andere Bildungsinstitutionen sind sich des Problems bewusst und arbeiten mit ihren Ausbildungsprogrammen an einer Lösung mit.

Die International Real Estate Business School (IREBS) setzt sowohl in der Grundausbildung an der Universität Regensburg sowie in der Weiterbildung für Berufstätige an der IREBS Immobilienakademie sehr stark auf interdisziplinäre Ausbildungselemente. Für die jüngeren Studierenden gibt es den methodenstarken Master of Science im Vollzeitstudium.

Lehre mit internationalem Fokus

Neben dem Kontaktstudium Immobilienökonomie wird außerdem für ältere Praktiker, die entweder bereits mit Führungsaufgaben betraut wurden oder dies anstreben, ein Teilzeit-MBA angeboten. In diesem internationalen MBA-Programm lernen die Studierenden Verhandlungstechniken, Personalführungsstrategien, die Grundlagen einer guten Corporate Governance, strategische Unternehmensführung und vor allem, die Komplexitäten internationaler Unternehmen zu managen. Die internationalen Themen der Immobilienentwicklung erarbeiten sich die Studierenden an einzelnen Fallstudien im Ausland.

Nachwuchswerbung durch Trainee-Programme

Ideal für die Nachwuchswerbung kann es für Firmen sein, wenn sie den Interessenten ein Trainee-Studium oder ein duales Studium anbieten können. Die Praxisphasen können hierbei in der vorlesungsfreien Zeit stattfinden oder in Teilzeit organisiert werden. In der Regel beteiligt sich das Unternehmen an den Studiengebühren und zahlt ein Gehalt aus. An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) wurden solche Kooperationen bereits erfolgreich durchgeführt. Die EBZ Business School bietet das Werkstudentenmodell an. "Damit können Abiturienten für den Betrieb begeistert werden", erzählt Klaus Leuchtmann: "Der Abiturient arbeitet in Teilzeit circa 19 Stunden die Woche bei dem Arbeitgeber und studiert parallel. Das Unternehmen zahlt die Studiengebühren sowie ein Taschengeld. Die Bachelor- oder Masterthesis kann über ein wichtiges Projekt oder eine spezielle Fragestellung zur Unternehmenspraxis verfasst werden. Diese Erkenntnisse kommen wiederum dem Unternehmen zugute."

Man lernt nie aus – erst recht nicht in der Immobilienbranche

Doch der Fachkräftemangel ist noch lange nicht behoben, wenn man die passenden Mitarbeiter gewonnen und in Kooperationsprogrammen mit Bildungseinrichtungen ausgebildet hat. Um die Mitarbeiter langfristig halten zu können, ist eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung sowie die persönliche Förderung entscheidend und sollte fest in die Unternehmenskultur integriert werden, um langfristig im Kampf um Talente wettbewerbsfähig zu sein.

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Hinweis:

Dieser Artikel ist ein Auszug aus der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Immobilienwirtschaft" (11/15). Hier finden Sie weitergehende Informationen zum Fachkräftemangel sowie Lösungsansätze für die Nachwuchsproblematik in der Branche.

Schlagworte zum Thema:  Fachkräftemangel, Studium, Duales Studium, Immobilienwirtschaft

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