16.06.2017 | Auszeichnung

Integrationspreis 2017 verliehen

Die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft wurde für ihre Maßnahmen zur Integration Geflüchteter ausgezeichnet
Bild: Rewoge

Die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft mbH (Rewoge) und die Arbeiterwohlfahrt Hochsauerland wurden mit dem Integrationspreis 2017 ausgezeichnet. Der Wettbewerb ist eine Gemeinschaftsinitiative des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., des Deutschen Städtetages, des Arbeiterwohlfahrt Bundesverband, des Deutschen Mieterbundes und des vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung. Er wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstützt. 

Der Preis steht unter dem Motto "Zusammenleben mit neuen Nachbarn". Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium, zeichnete die Preisträger auf dem 11. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in Hamburg für ihr Engagement aus. 

Preisträger in der Kategorie "Nachbarschaften": Rewoge

In der Kategorie "Netzwerke" wurde die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft mbH (Rewoge) mit dem Preis geehrt. Die Rewoge stellte über Einzelmietverträge 40 Wohnungen für eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. Parallel dazu übernahm die "Rheinsberger Initiative" als neues Netzwerk von Ehrenamtlichen, Wohnungsgesellschaft, Schulen, sozialen Trägern und Stadtverwaltung die Koordination von Hilfsangeboten. Über eine transparente Öffentlichkeitsarbeit unter anderem durch das Magazin "Stadtleben" wurde die Rheinsberger Bevölkerung informiert. Eine "Lebensfibel" wurde gemeinsam erarbeitet und informiert über Regeln im nachbarschaftlichen Zusammenleben. Die neuen Bürger besuchen Sprachkurse, Schulen, arbeiten in örtlichen Betrieben oder absolvieren erste Praktika, bringen sich aktiv im öffentlichen Leben ein. Mittlerweile leben 200 Geflüchtete in Rheinsberg. Die Jury würdigte, wie die Integration Geflüchteter in enger Zusammenarbeit zwischen Stadt, Wohnungsgesellschaft und Bürgerschaft gelungen ist.

Preisträger in der Kategorie "Nachbarschaften": AWO Hochsauerland

Die AWO Hochsauerland wurde für das Projekt "Migranten mischen mit" (MMM) in Lippstadt ausgezeichnet. Einmal wöchentlich treffen sich Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren. Fast alle sind selbst als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Mit professioneller Unterstützung durch die Arbeiterwohlfahrt erarbeitete die Gruppe ein Konzept für die Durchführung von Interviews mit den Zuwanderern. Aus den Antworten entstanden Ausstellungstafeln mit Texten und Porträtfotos der interviewten Gesprächspartner. Über ein Bühnenprogramm, die Presse und eine Wanderausstellung, die in Schulen präsentiert wird, hat das Projekt über 2.000 Personen erreicht.

Die Nominierten für den Integrationspreis 2017

Insgesamt hatten es neben den beiden Preisträgern zehn weitere Projekte auf die Liste der Nominierten geschafft:

  • Willkommenskultur über Ortsgrenzen hinweg in Berkenthin
    Netzwerk von Ehrenamtlichen und Verwaltung im ländlichen Raum
    Einreicher: Runder Tisch für Willkommenskultur und Gemeinde Berkenthin
  • ABCami – Alphabetisierung und Grundbildung an Moscheen
    Alphabetisierungskurse in Deutsch und in Muttersprachen
    Einreicher: Gesellschaft für interkulturelles Zusammenleben e.V.
  • Pro wohnen international in Köln
    Niedrigschwellige Integrationsarbeit mit Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Kulturen
    Einreicher: Internationaler Verein für Frieden und Gerechtigkeit -Pro Humanitate e.V
  • Offen.bunt.anders – für ein offenes und vielfältiges Gräfenhainichen
    Interessengemeinschaft unterstützt Geflüchtete, um Kontakte zu Einheimischen aufzubauen und Vorurteile zu beseitigen
    Einreicher: Interessengemeinschaft der Volkssolidarität Gräfenhainichen
  • Wohnbrücke Hamburg
    Private Vermieter helfen bei der Unterbringung und Integration Geflüchteter
    Einreicher: Stiftung Wohnbrücke Hamburg
  • Tauchen im Schulsportunterricht
    Vermittlung von sozialen Kompetenzen über den Sport hinaus
    Einreicher: Kepler-Schule, Berlin-Neukölln
  • Betreuung von Asylbewerbern – von der Ankunft bis zur ersten eigenen Wohnung
    Umfassende Kooperation zwischen Stadt und Wohnungsgenossenschaft
    Einreicher: BSG-Allgäu Bau- und Siedlungsgenossenschaft eG
  • Offene Nachbarschaftswerkstatt
    Werkstatt trägt als Qualifikations- und Begegnungsraum zur Quartiersentwicklung und Arbeitsmarktintegration bildungsferner junger Erwachsener bei
    Einreicher: Initiative für Kinder-, Jugend- und Gemeinwesenarbeit e.V. Marburg
  • Zusammenleben ist machbar – Herr Nachbar
    Von der Willkommenskultur zur Teilhabe von Flüchtlingen in Bremen-Lüssum
    Einreicher: Haus der Zukunft e.V. Bremen
  • Der Frankfurter Weg
    Dezentrale Unterbringung und Integration in der Nachbarschaft
    Einreicher: Wohnungswirtschaft Frankfurt (Oder) GmbH 

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft

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