Der Wohnungskonzern Vonovia SE stiftet der EBZ Business School – University of Applied Sciences die Professur "Quartiersentwicklung, insbesondere Wohnen im Quartier". Die Stiftungsprofessur solle erforschen, welche Parameter zu einer erfolgreichen und zukunftsorientierten Quartiersentwicklung beitragen und welche Rolle Wohnungsunternehmen dabei spielen, sagte Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender von Vonovia, auf der Immobilienmesse Expo Real in München.

Das Quartier rückt zunehmend in den Fokus der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Auf der Expo Real beleuchtete eine Expertenrunde die Facetten dieses Themas. Es fehlen an vielen Stellen noch fundierte Forschungserkenntnisse, so ein Ergebnis des Dialogs. Um dies zu ändern, stiftet die Vonovia SE die Professur. Diese soll den Denominationsbereich "Quartiersentwicklung, insbesondere Wohnen im Quartier" in Lehre und Forschung vertreten.

Stiftungsprofessur wird mindestens fünf Jahre gefördert

Die Förderdauer für eine Stiftungsprofessur beträgt nach Angaben der EBZ mindestens fünf Jahre und wird mit einer Summe von 500.000 Euro finanziert. Die Bewerbungsphase für den Lehrstuhl soll Anfang 2019 beginnen. Als Forschungsgegenstände der Stiftungsprofessur sind sozial- und wirtschaftsgeografische Themen, bevölkerungsgeografische Aspekte sowie akteursbezogene und planungspolitische Konstellationen und Prozesse vorgesehen.

"In unseren Lehrplänen ist das Thema Quartier verankert. Aber wir müssen feststellen, dass die Orientierung an und der Rückgriff auf Best-Practice-Beispiele hier nicht ausreichen. Lebenswerte Nachbarschaften sind nun einmal kein wissenschaftlich fundierter Forschungsgegenstand." Klaus Leuchtmann, Vorstandsvorsitzender des EBZ

Das müsse sich ändern, um bei den angehenden Fach- und Führungskräften die Kompetenzen ausbilden zu können, die notwendig seien, um lebendige Nachbarschaften zu schaffen, so Leuchtmann weiter.

Erfolgsfaktoren von Quartiersentwicklung

"Quartiersentwicklung gelingt, wenn zahlreiche Akteure in die Entwicklungsprozesse eingebunden werden", sagte Dr. Torsten Bölting, Geschäftsführer der InWIS Forschung & Beratung, Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung, der bei der Diskussionsrunde auf der Expo Real Einblicke in den Stand der Forschung gab. Auf dem Podium unter Moderation von Werner Rohmert, Wirtschaftsjournalist mit Schwerpunkt Immobilienwirtschaft, saßen außerdem Dr. Franz-Georg Rips, Präsident des Deutschen Mieterbundes, Christian Huttenloher, Generalsekretär und Vorstandsmitglied des Deutschen Verbands für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, und Ulrike Straßmann, Business Development Consultant des sozialen Netzwerks Nebenan.de.

Mieter erwarten Dienstleistungen

Alle Anwesenden vertraten die Meinung, dass die Wohnungswirtschaft ein entscheidender stadtentwicklungspolitischer Akteur in der Quartiersentwicklung sei und dabei in vielfältige lokale und gesamtstädtische Kooperationen eingebunden ist. Von Seiten der Mieter würden zunehmend auch Dienstleistungen erwartet, die über die wohnungswirtschaftlichen Kernleistungen hinausgehen. In diesem Zusammenhang stelle sich auch die Frage nach einer Erweiterung der Wertschöpfungskette der Wohnungsunternehmen. Zusätzliche Dienstleistungen bis hin zur Nachversorgung können Quartiere attraktiver gestalten, meinten die Diskussionsteilnehmer.

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