Vonovia: Solarstrom für Mieter fließt vorerst ins Netz

Vonovia will seine Mieter mit Solarstrom vom eigenen Dach versorgen. Dazu hat der Immobilienkonzern ein „1000-Dächer-Programm“ für Solaranlagen aufgelegt. Zunächst wird der erzeugte Strom jedoch ins öffentliche Netz eingespeist – man hofft auf eine Novelle des Mieterstromgesetzes im Herbst.

Seit zwei Jahren gibt es ein Mieterstromgesetz. Die Bundesregierung wollte damit von Mietern selbst erzeugten Solarstrom stärker fördern. Das Potenzial wurde auf 3,8 Millionen Wohnungen geschätzt.

Doch die Nachfrage nach geförderten Mieterstrommodellen blieb bislang eher gering., die immobilienwirtschaftlichen Verbände kritisierten das Gesetz. Abschreckend wirkten ihrer Meinung nach vor allem die Komplexität des Geschäftsmodells, die zu geringe Wirtschaftlichkeit, die Besteuerung, das komplizierte Zählerwesen und der schwierige Netzanschluss.

Vonovia sieht Mängel beim Mieterstromgesetz

Das ist auch der Grund, weshalb Vonovia den über sein neues 1000-Dächer-Programm erzeugten Solarstrom vorerst ins öffentliche Netz einspeisen will. Dabei wäre das Ziel eigentlich ein anderes, erklärt Konzernchef Rolf Buch. Der Solarstrom solle eigentlich den Mietern zugutekommen, sei es in der Wohnung oder an E-Ladestationen.

Mittel- bis langfristig setze Vonovia deshalb auf eine dezentrale Energieversorgung der eigenen Quartiere, so Buch.

„Daher wünschen wir uns, dass die leider immer noch zahlreichen Hemmnisse für Mieterstrommodelle deutlich verringert werden.“ Konzernchef Rolf Buch

Vonovia hofft auf eine Novelle des Mieterstromgesetzes, die für den Herbst erwartet wird.

Mit dem 1000-Dächer-Programm will das Unternehmen jährlich rund 10 Millionen Kilowattstunden Solarstrom erzeugen. Das Programm startet in Dresden und München. Für 2019 sind drei Tranchen geplant. Insgesamt hat der Konzern rund 5.000 Dächer identifiziert, die sich für die nachhaltige Energiegewinnung mittels Photovoltaikanlagen eignen.

Langfristiges Ausbauprogramm geplant

Das Programm ist auf mehrere Jahre ausgelegt und soll in ein langfristiges Ausbauvorhaben übergehen. Die Auswahl der Dächer stützt sich laut Vonovia auf eine bundesweite Solarpotenzialanalyse, bei der die GPS-Daten der Gebäude und Faktoren wie Dachneigung, Ausrichtung, Verschattung und solare Einstrahlung berücksichtigt wurden.

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Schlagworte zum Thema:  Mieterstrom, Solarenergie, Photovoltaik