17.04.2015 | Top-Thema Von Prozessautomation zur Echtzeitanaylse

Datenaustausch

Kapitel
Bild: MEV-Verlag, Germany

Alle großen Messdienstleister bieten die integrierte Abrechnung in mehreren Varianten an und nutzen beim Datenaustausch die Arge-Schnittstelle. Die Messdienstleister fertigen die Heizkostenabrechnung und übermitteln die Ergebnissätze für die automatisierte Übernahme elektronisch an den Kunden, der die Daten in seine ERP- oder Verwaltungs-Software einspielt.

In einer erweiterten Methode, dem so genannten Arge-Standard E898, stellt der Messdienstleister die Heizkostenabrechnung als PDF- oder TIF-Datei direkt in die Kunden-Software ein. Die Betriebskostenabrechnung wird dann in der Software automatisch zusammengestellt. Die meisten Messdienstleister haben für wohnungswirtschaftliche Software wie GES, Wodis Sigma, WoWi c/s und SAP-basierte Programme ein weiteres Verfahren entwickelt. Dabei erfolgt die Abrechnung im System des Messdienstleisters. Beim so genannten elektronischen Volldatenaustausch (E-Satz) stellt der Messdienstleister die gesamten Abrechnungsergebnisse direkt in die Kunden- Software ein.

Die Schnittstellen dafür werden für jede Software individuell programmiert. Auf Wunsch steuert der Dienstleister zusätzlich die Prozesse in der Software. Dazu erhält der Messdienstleister beschränkten Zugriff auf das Programm des Kunden. So wird doppelte Datenhaltung vermieden und die Bestände sind jederzeit aktuell. Durch den direkten Austausch kann das Wohnungsunternehmen auch nach Erteilung der Freigabe zur Abrechnung noch Kostenumbuchungen oder Bestandsänderungen vornehmen.

Zwar nutzen inzwischen immer mehr Wohnungs- und Verwaltungsunternehmen den Datenaustausch, nach Aussagen von Messdienstleistern meist jedoch auf dem niedrigsten technischen Niveau. Den Fachleuten zufolge fehlt es vielen Unternehmen noch am nötigen IT-Know-how, um die Vorteile der integrierten Abrechnung voll auszunutzen. Das sei jedoch ein Generationsproblem, das sich mit der Zeit von selbst erledige.

Wie geht es weiter?

Heute treiben die Messdienstleister die Entwicklung zu durchgängigen und transparenten Daten aus zwei Gründen voran. Zum einen sinken Aufwand und Fehlerquoten bei der Abrechnung, zum anderen eröffnen sich neue Geschäftsfelder. Für Wohnanlagen, die mit Funktechnologie ausgestattet sind, können zum Beispiel Verbräuche in Wohnungen theoretisch in Echtzeit wiedergegeben werden. Auch energetische Analysen der Bestände und das Benchmarking von Liegenschaften sind so ohne großen Aufwand möglich. Die Daten dafür liegen bereits vor.

Eine weitere Entwicklung auf diesem Sektor ist die digitale Integration aller Geschäftsprozesse. Dazu gehören zum Beispiel Handwerker, Dienstleister und Energielieferanten. Aareon und Schleupen haben dafür eine gemeinsame Schnittstelle entwickelt, um die Geschäftsprozesse der Immobilienwirtschaft sowie der Energie und Wasserwirtschaft zu unterstützen. Davon versprechen sich die Entwickler „erhebliche Effizienzpotenziale bei der elektronischen Rechnungslegung“. Die Digitalisierung der Prozesse der Wohnungswirtschaft wird in den nächsten Jahren stark zunehmen.

Schlagworte zum Thema:  Betriebskostenabrechnung, Software, Wohnungswirtschaft, Nebenkosten, Abrechnung

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