VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner spricht beim VNW-Verbandstag 2018 in Rostock-Warnemünde Bild: VNW

Die norddeutsche Wohnungswirtschaft hat im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg rund 1,66 Milliarden Euro in den Neubau, die Instandhaltung und die Modernisierung bezahlbaren Wohnraums investiert. Für das Jahr 2018 sind Ausgaben in Höhe von voraussichtlich 2,2 Milliarden Euro geplant.

Für den Neubau von Wohnungen gaben die im Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) organisierten 341 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften im vergangenen Jahr rund 697 Millionen Euro aus. Die Instandhaltung schlug mit 663 Millionen Euro zu Buche, die Modernisierung mit 302 Millionen Euro.

In diesem Jahr sollen die Ausgaben für den Neubau auf rund 1,1 Milliarden Euro steigen. Die Ausgaben für die Instandhaltung und die Modernisierung sollen etwa auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2017 bleiben. Damit steigen die Gesamtausgaben des VNW für 2018 auf rund 2,2 Milliarden Euro.

Mehr als 2.500 Wohnungen fertiggestellt

Im vergangenen Jahr wurden in Norddeutschland 2.532 Wohnungen fertiggestellt, in diesem Jahr rechnet VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner nochmals mit einem Anstieg von 1.800 Wohnungen.

Den Neubaubedarf schätzt Breitner in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auf rund 80.000 Wohnungen. Der VNW hat sich daher dazu verpflichtet, jährlich je rund 10.000 Wohnungen in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie rund 20.000 Wohnungen in Schleswig-Holstein zu bauen.

Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt im Verbandsbereich, der insgesamt rund 730.000 Wohnungen umfasst, derzeit bei 5,74 Euro pro Quadratmeter und damit unter den amtlichen Mietspiegeln.

"Wer bezahlbaren Wohnraum will, der kommt an den Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften, die im VNW organisiert sind, nicht vorbei. Sie sorgen für den sozialen Frieden in den Quartieren und der Gesellschaft", Andreas Breitner, VNW-Verbandsdirektor

Kritik an falschen politischen Weichenstellungen

GdW-Präsident Axel Gedaschko forderte vor dem Verbandstag ein "neues Miteinander von Stadt und Land". Bezahlbare Wohnungen dürften nicht nur in Hotspots, sondern müssten auch in ländlichen Gebieten errichtet werden. Zugleich beklagte der GdW-Präsident hohe bürokratische Hindernisse, die den Bau von bezahlbaren Wohnungen erschwerten.

Um diesen Hindernissen zu begegnen, wurde kürzlich eine Rahmenvereinbarung für serielles Bauen getroffen, die den Neubau von Wohnungen im Typenbau beschleunigen und damit die Baukosten senken soll. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die Bundesländer auf eine Typenbaugenehmigung einigen, so Gedaschko.

Schlagworte zum Thema:  Verband, Wohnungswirtschaft, Neubau, Wohnungsbau

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