Im Vorfeld der hessischen Landtagswahlen fordert der VdW südwest ein eigenständiges Bau- und Infrastrukturministerium (Symbolfoto) Bild: Reinhard Krieger ⁄

Im Vorfeld der hessischen Landtagswahlen am 28.10.2018 hat der Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft e.V. (VdW südwest) ein eigenständiges Bau- und Infrastrukturministerium für das Land gefordert. Für eine zukunftsorientierte Wohnungspolitik sei es wichtig, auch ländliche Regionen zu stärken. Um Infrastrukturthemen besser mit dem Wohnungsbau koordinieren zu können, brauche es einen neuen Ministeriumszuschnitt.

Die steigende Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen könne von den Städten alleine nicht bewältigt werden, so Verbandsdirektor Axel Tausendpfund. "Nur im Zusammenspiel und der Gleichgewichtung von Stadt und Land kann die Antwort auf die drängenden Fragen der aktuellen Wohnungsmarktsituation liegen. Wir fordern deshalb für Hessen ein eigenständiges Bau- und Infrastrukturministerium, das sich mit diesen Aufgaben befasst und wichtige Weichenstellungen vornimmt", so der Verbandsdirektor.

Wohnen auf dem Land sei attraktiv, meint Tausendpfund – aber nur dann, wenn das Gesamtpaket stimme: Arbeitsplätze, Verkehrsanbindung, Breitbandversorgung, ärztliche Versorgung, Bildungseinrichtungen, all das seien relevante Faktoren. Ein neues, eigenständiges Bau- und Infrastrukturministerium müsse die beiden Bereiche bündeln.

Kritik auch an Novelle der Hessischen Bauordnung

Kritik übte der Verbandsdirektor zudem an der geplanten Novelle der hessischen Bauordnung. Zwar seien die hessischen Wohnungsverbände angehört worden, wichtige Aspekte seien bei dem Regierungsentwurf aber dennoch außen vor geblieben. Es gebe Punkte in dem Entwurf, die das Bauen verteuern könnten. Dazu zählten beispielsweise Vorgaben, die über die bundesweite Musterbauordnung (MBO) hinausgingen. Auch der Verzicht auf die Einführung von Typengenehmigungen für das serielle Bauen sei negativ zu bewerten, da diese Art des Bauens großes Einsparpotenzial biete und das Bauen schneller und einfacher mache.

Neuen Wohnraum schaffen

Abschließend warnte der Verbandsdirektor vor einem Rückgang der Bautätigkeiten. Studien wie die aktuelle Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ließen befürchten, dass die Hochphase der Bauaktivitäten bereits überschritten sein könnte. Sinkende Baugenehmigungszahlen, auf die der VdW südwest im vergangenen Jahr mehrfach hingewiesen habe, würden diese Einschätzung unterstützen. „Der Wohnungsbau in Hessen legt momentan den Rückwärtsgang ein. Diesen Trend müssen wir wieder umkehren“, so der Verbandsdirektor.

Schlagworte zum Thema:  Hessen, Verband, Wohnungsbau

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