Im gesamten Land Sachsen-Anhalt besteht kein Wohnungsmangel, auch nicht in den Großstädten Magdeburg und Halle. Das stellen die beiden wohnungswirtschaftlichen Verbände VdW und VdWg des Bundeslandes fest. Den Stadtumbau bezeichnen sie als bisherige Erfolgsgeschichte. Angesichts der künftigen demografischen Entwicklung blickt man trotzdem nicht ohne Bedenken in die Zukunft.

Seit dem Jahr 2005 habe sich der Wohnungsleerstand in Sachsen-Anhalt mehr als halbiert, teilten der Verband der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt (VdW) und der Verband der Wohnungsgenossenschaften (VdWg) auf ihrem gemeinsamen Verbandstag weiter mit. Ende 2017 hätten nur noch rund 32.000 Wohnungen leer gestanden. Gleichzeitig warnten die Verbände jedoch davor, zukünftige Herausforderungen nicht zu unterschätzen: Die bisher positive Entwicklung dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Leerstandsquote der sachsen-anhaltinischen Wohnungsunternehmen 2017 immer noch knapp 6 Prozent in Magdeburg und Halle sowie knapp 13 Prozent im Rest des Landes betragen habe. 43 Prozent der in den Verbänden organisierten Unternehmen hätten zudem einen Leerstandsanstieg verzeichnet.

Kein Wohnungsmangel in Sachsen-Anhalt

Die Mieten der Wohnungsunternehmen lägen durchschnittlich bei 4,88 Euro pro Quadratmeter, so die Verbände. Mit Blick auf die Debatte um Wohnungsmangel und bezahlbaren Wohnraum in Ballungsgebieten könne man keinen Mangel an Wohnraum in Sachsen-Anhalt feststellen. Vielmehr könne ein vergleichsweise gut modernisierter Wohnungsbestand preisgünstig angemietet werden. So seien im vergangenen Jahr rund 455 Millionen Euro hauptsächlich in die Erhaltung und Modernisierung von Bestandswohnungen geflossen. Die Zahl genossenschaftlicher und kommunaler Wohnungen in zeitgemäßem Zustand beziffern die Verbände auf etwa 310.500 – dies entspräche rund 94 Prozent des Bestands.

Stärkung des ländlichen Raums

Besondere Bedeutung messen die Verbände der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse mit einer weiteren Stärkung des ländlichen Raums bei. Nicht nur die Problematiken, die man aus Ballungsgebieten kenne, dürften auf der Agenda stehen, auch Themen der vom Bevölkerungsrückgang geprägten Regionen müssten angesprochen werden – zum Beispiel auf dem „Wohngipfel 2018“ Ende September.

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