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VdW: Mietpreisbremse gefährdet Wohnungsneubau

Wohnungsneubau: Laut VdW durch die geplante Mietpreisbremse gefährdet
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Immobilienwirtschaft in Nordrhein-Westfalen warnt vor den fatalen Folgen einer Mietpreisbremse, wie die Politik sie plant. Der Neubau von Wohnungen würde einbrechen, der Preisdruck auf die Mieten erhöht, teilte der Verband der Wohnungswirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen mit.

Der Verband hatte die Auswirkungen der Parteienpläne in einer Studie untersuchen lassen. Zwar seien keine Obergrenzen für die Erstvermietung neu gebauter Wohnungen geplant, so der Verband. Ein an der Durchschnittsmiete orientierter Deckel, wie er im Gespräch sei, würde jeden Investor aber bereits bei der ersten Wiedervermietung einer neuen Wohnung treffen.

"Wir haben schon jetzt die niedrigsten Neubauquoten seit dem Krieg", sagte Verbandsdirektor Alexander Rychter. "Für 5,50 Euro Miete pro Quadratmeter ist kein Mietwohnungs-Neubau realisierbar."

Nur entlang der Rheinschiene und in wenigen weiteren Städten in NRW seien Mietsteigerungen über der Inflationsrate zu beobachten. In weiten Teilen lägen die Mieten hinter der allgemeinen Preisentwicklung zurück. Der "gefühlte" Mietenanstieg resultiere dort aus einem Anstieg der warmen Betriebskosten, also den Energiekosten, um 110 Prozent binnen zehn Jahren. Außerdem hätten nicht zuletzt die Energiesparauflagen Neubauten um 30 Prozent verteuert.

VdW: Auch Modernisierung des Wohnungsbestande gerät in Gefahr

In hochpreisigen Städten seien bereits die Grundstückspreise so hoch, dass eine an der Durchschnittsmiete orientierte Mietpreisbremse jede Neubau-Kalkulation durchkreuzen würde.

Aber auch die Modernisierung des Wohnungsbestandes geriete in Gefahr. Denn die Studie zeige, dass auch bei den Bestandswohnungen in einigen Städten die Mehrheit der derzeit angebotenen Wohnungen betroffen wäre. Investitionen in den Bestand würden auf ein Minimum zurückgehen.

Dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen gehören 470 Unternehmen mit mehr als einer Million Wohnungen in NRW an. Jeder fünfte Mieter in NRW lebt in diesen Wohnungsbeständen. Dabei handelt es sich vorwiegend um die kommunalen, genossenschaftlichen, kirchlichen und Werkswohnungsbestände.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Mietpreisbremse

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