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Sollte Twitter nur Informationsquelle bleiben oder kann Twitter einem wohnungswirtschaftlichen Unternehmen weitere Vorteile bringen?

Wie alle kleinen und großen Vermieter steht auch die Baugenossenschaft Langen im Fokus der Öffentlichkeit. Mieterhöhungen nach einer Modernisierung, Baumfällarbeiten, zwei Tage Heizungsausfall, die Unterbringung von Flüchtlingen – solche Themen können in den Sozialen Medien schnell hochkochen. Durch bewusste Falschinformationen werden Themen gezielt eskaliert. Der sogenannte Shitstorm ist das Ziel. Ein nachhaltiger Imageschaden für das Unternehmen die Folge. Verhindern lässt sich der Kommunikations-GAU nur durch rechtzeitig eingeleitete Gegenmaßnahmen. Rechtzeitig setzt kontinuierliches Monitoring voraus: Ständige Überwachung der für das Wohnungsunternehmen relevanten Themen auf allen Kanälen. Heutzutage sind das nicht mehr auch, sondern vor allem die Sozialen Medien.

"Auch Unternehmen, die Social Media nicht für die Unternehmenskommunikation nutzen wollen, sollten trotzdem über das Anlegen eigener Profile in den gängigen Netzwerken nachdenken." Wolf-Bodo Friers, Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft Langen eG

Andernfalls besteht die ernstzunehmende Gefahr, dass die Lücke von unzufriedenen Kunden oder ehemaligen Beschäftigten genutzt wird. Ein falsches Profil ist binnen weniger Minuten angelegt. Twitter prüft die Berechtigung des Inhabers nicht. Schlimmstenfalls heißt es dann: Feuer frei mit Falschnachrichten.

Stärken und Vorteile

Twitter ist bei der Baugenossenschaft Langen eG nicht nur Informationsquelle und Monitoring-Werkzeug. Das im April 2017 angelegte zweite Profil @Wohnraumkoenner schafft zusammen mit dem Facebookauftritt Aufmerksamkeit für die Genossenschaft vor allem als (attraktiver) Arbeitgeber. Denn für Schulabgänger auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder nach dem ersten Job gilt: 

Click to tweet

Eine weitere Stärke von Twitter ist die Möglichkeit, sich gezielt mit Experten und Meinungsführern austauschen zu können. Ein Vorteil, der von den Wohnraumkönnern erfolgreich genutzt werden konnte, um für das Thema "Digitalisierung einer Genossenschaft" Aufmerksamkeit zu schaffen und innovative Pilotprojekte zu akquirieren.

Aufmerksamkeit erzeugen und auswerten

Aufmerksamkeit gilt heute als neue Währung, wertvoller als Gold. Gute Tipps, wie bei Twitter mehr Reichweite und Aufmerksamkeit erreicht werden kann, gibt es im Internet genug. Einen Königsweg gibt es nicht. In den Sozialen Medien darf ausprobiert werden und auch etwas danebengehen. Basis ist ein aussagekräftiges Profil. Gute Fotos schaden nicht. Bei einem Unternehmensprofil sind jedoch zusätzliche rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten, wie zum Beispiel die Impressumspflicht.

"Social Media kostet Zeit. Und bei Twitter gilt der Grundsatz 'viel hilft viel'." Wolf-Bodo Friers, Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft Langen eG

Im Schnitt werden über das Vorstands-Profil 150 Tweets monatlich abgesetzt. Um nicht im Treibsand zu versinken, können, neben der eigenen Disziplin, nützliche Tools helfen, den zeitlichen Einsatz überschaubar zu halten. Grundausstattung ist Twitter Analytics. Das Tool bereitet die eigenen Aktivitäten bei Twitter übersichtlich auf. Die Entwicklung der erzeugten Aufmerksamkeit, zum Beispiel in Form von Gefällt mir-Angaben oder neuen Followern, wird monatsweise verglichen. Tweets und Follower mit der höchsten Aufmerksamkeit werden anschaulich dargestellt. Gerade für Einsteiger bietet Analytics eine gute Orientierung. Als weitere Tools sind bei den Wohnraumkönnern Hootsuite, RiteTag und ManageFlitter im Einsatz. Die Auswahl an vergleichbaren Werkzeugen ist groß. Hier sollte getestet werden. Hootsuite eignet sich, um die tägliche Tweet-Flut nach Schlüsselbegriffen, sogenannte Hashtags, ordnen zu können. ManageFlitter hilft bei der "Bewertung" der eigenen Follower.

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Follower - und jetzt?

Schlagworte zum Thema:  Risikomanagement, Wohnungswirtschaft