| Büros zu Wohnraum

Neues Wohnen in der Stadt

In dem ehemaligen Verwaltungsgebäude einer Versicherung entstanden 167 Wohnungen.
Bild: Knauf/Bernd Ducke

In vielen Städten wird Wohnraum händeringend gesucht, während Gewerbeobjekte leer stehen. Umnutzungen bieten sich deshalb an, wie dieses aktuelle Beispiel aus München zeigt.

Leer stehende Gewerbeobjekte, aber zu wenig Wohnraum: Diese Konstellation ist eine Herausforderung, der sich viele Ballungsräume zu stellen haben. Allein in Frankfurt betrug die Leerstandsrate im Büroflächenmarkt in den ersten sechs Monaten des Jahres 2014 nach Angaben des Maklerhauses Savills 11,6 %, in Düsseldorf 10,8 %, in Hamburg 6,9 % und in München 6 %.
Viele dieser Büroimmobilien stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Potentielle Mieter verschmähen solche veralteten Büroanlagen zugunsten moderner Alternativen.
In dieser Situation haben Investoren in Frankfurt, München, Hamburg und Stuttgart begonnen, Büro- und Gewerbebauten in Wohnhäuser zu verwandeln, um ihnen so ein zweites Leben zu ermöglichen. Was dafür zu tun ist? „Das ist unterschiedlich“, verrät Ralf Tapphorn, Projektleiter der Isaria Wohnbau AG. Manchmal seien nur interne Veränderungen nötig. Doch häufig müsse die Fassade erneuert werden, die Haustechnik modernisiert und das Gebäude komplett entkernt, um es im Anschluss wieder neu aufzubauen. Natürlich seien die Kosten für eine solche Baumaßnahme enorm, räumt Tapphorn ein. „Doch eine Kernsanierung und Entkernung sind meist immer noch günstiger als komplett neu zu bauen, da zum Beispiel Abrisskosten und Entsorgung entfallen.

So auch beim Projekt Vogelweidestraße 5 in München, dem ehemaligen Sitz einer Reiseversicherung. In einer Bauzeit von nur einem Jahr wurde das Gebäude in ein Wohnhaus mit 167 Eigentumswohnungen umgewandelt. 21 davon sind Zwei-Zimmer-Einheiten, der Rest Appartements.
Die gesamte Wohnanlage wurde unter der Prämisse realisiert, mit möglichst schlanken Wänden möglichst hohen Schallschutz zu erreichen. Entsprechend achteten Bauherr, Planer und ausführende Firmen penibel darauf, Wandkonstruktionen mit optimalen akustischen Werten zu wählen und Anschlussdetails extrem sauber auszuführen, um den Schallschutz nicht durch Ausführungsfehler zu verschlechtern.
„Laut Brandschutzkonzept sollten die Wohnungstrennwände ursprünglich in F90-Qualität ausgeführt werden und die Wände zum Flur in F30“, erinnert sich Bernhard Bredl, der für den Großraum München zuständige Objektbeauftragte von Knauf. „Da der Anschluss der F90-Wohnungtrennwände an die F30-Flurwände gemäß Prüfzeugnis nicht zulässig gewesen wäre, wurden auch die Flurwände als F90 definiert.“

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Wohnungsangebot

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