Aufstockung: Frankfurt – Blaupause für andere Städte?

Mike Josef, Frankfurter Planungsdezernent, sieht in der Aufstockung von bestehenden Gebäuden "Potenzial von mehreren tausend Wohnungen". Exemplarisch dafür steht ein Projekt der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG in der Platensiedlung, einem ehemaligen Wohngebiet der US-Army.

Allein im Jahr 2019 habe die Stadt 450 Baugenehmigungen für Aufstockungen erteilt, sagte Mike Josef, Planungsdezernent in Frankfurt am Main, am 27. Mai. So könnten schnell und kostengünstig Wohnungen entstehen, ohne dass Flächen versiegelt würden und hohe Bodenpreise bezahlt werden müssten.

Platensiedlung: Blaupause für andere Städte?

Die Wohnungsbaugesellschaft ABG etwa stockt derzeit in der Platensiedlung in Frankfurt-Ginnheim bis Ende des kommenden Jahres 19 Häuser aus den 1950er Jahren im Zuge der Modernisierung und Sanierung mit vorgefertigten Holzmodulen von drei auf fünf Stockwerke auf. So sollen 380 Wohnungen entstehen. Zusätzlich werden zwischen den Häusern 300 neue, vor allem kleinere Wohnungen gebaut.

"Zusammen ist das die größte Baumaßnahme zum Thema Nachverdichtung in Deutschland. Eine 'Blaupause' für andere Städte." ABG-Chef Frank Junker

20 Prozent sollen nach Angaben der AGB als klassische Sozialwohnungen und weitere 30 Prozent über das Mittelstandsprogramm der Stadt Frankfurt gebaut werden.

Auch kleinere Wohnungsbaugenossenschaften stocken ihre Gebäude auf, zum Beispiel der Frankfurter Volks- Bau- und Sparverein im Dornbusch. Der Eigentümerverband Haus & Grund in Hessen forderte im Zuge dessen, Privateigentümern das Aufstocken leichter zu machen. Das Interesse sei groß, in der Praxis gebe es aber häufig bürokratische Hürden.

Hessen: Heimstätte plant 5.000 Wohnungen auf Gewerbe- und Konversionsflächen

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte hat in der Landeshauptstadt Wiesbaden angekündigt, in den kommenden Jahren knapp 5.000 neue Wohnungen überwiegend im Rhein-Main-Gebiet fertigstellen zu wollen.

"Alle diese Wohnungen haben eines gemeinsam: Wir werden sie alle deutlich unter Marktpreis vermieten." Tarek Al-Wazir (Grüne), Wirtschaftsminister Hessen

Nassauische-Heimstaette_FFM+Darmstadt

Einige der geplanten Einheiten seien bereits im Bau, bis zum Jahr 2021 sollen dann alle Wohnungen zumindest "baureif" sein, sagte Al-Wazir in Wiesbaden. Die Flächen seien bereits gekauft, aber noch nicht für den Wohnungsbau zugelassen. Einige gälten noch als Gewerbegebiete oder Konversionsflächen.

"Eine Umwandlung in Wohnfläche dauert in vielen Kommunen jedoch länger als erhofft." Constantin Westphal, Geschäftsführung Nassauische Heimstätte

Das Problem sei weniger das Bauen als geeignete Flächen zu finden, sagte Al-Wazir. Der Minister versprach außerdem, mehr Sozialwohnungen erhalten und bauen zu wollen. Den bundesweiten Trend, dass es Jahr für Jahr weniger Sozialwohnungen gebe, wolle man in Hessen stoppen und umkehren.


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dpa
Schlagworte zum Thema:  Aufstockung, Stadtentwicklung, Wohnungsbau