02.05.2012 | Top-Thema Sozialer Wohnungsbau

Sozial gerecht, der Allgemeinheit verpflichtend: Neues Wohnen in der Stadt

Kapitel

Entsprechend dem Unternehmensleitbild „Sozial gerecht – der Allgemeinheit verpflichtet“ ist das Handeln der NUWOG Wohnungsgesellschaft der Stadt Neu-Ulm GmbH geprägt: Wohnungsbau ist Städtebau und in konkreten Projekten verwirklichte Sozialpolitik!

Sozialer Wohnungsbau ist für viele Wohnungsunternehmen mehr als nur eine wohnungs- und förderpolitische Kategorie. Für sie wird das „Soziale“ beim Wohnen durch eine Reihe anderer Kriterien bestimmt, wie das Beispiel aus Neu-Ulm der NUWOG zeigt. Als kommunales Wohnungsunternehmen hat die NUWOG die Aufgabe, mit sowohl unter städtebaulichen als auch nach sozialen Gesichtspunkten gelungenen Vorhaben, attraktiven Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung zu errichten.

Rahmenbedingungen

Mit einem derartigen Handeln verbunden ist die Vermeidung von Segregation und der regelmäßig damit einhergehenden Stigmatisierung der in den entsprechenden Wohnquartieren wohnenden Bevölkerungsgruppen. Positiv formuliert, schafft das Wohnungsunternehmen auf diese Weise dauerhaft attraktiven und damit werthaltigen Wohnraum – und somit attraktive Adressen. Die NUWOG hält dies, neben den anderen Geschäftsfeldern (Bauträgergeschäft, Baubetreuungen, PPP-Vorhaben und so weiter) nach wie vor für das Kerngeschäft der kommunalen Wohnungswirtschaft.

Nur im Kontext der Daseinsvorsorge ergibt sich die eigentliche Daseinsberechtigung kommunaler Wohnungsunternehmen. Insofern ist die sich aus dem Gesellschaftsvertrag ergebende, über die Bewilligungsbescheide des sozialen Wohnungsbaus hinausreichende Sozialbindung nicht Behinderung der unternehmerischen Gestaltungsfreiheit, sondern Grundlage des Handelns und Zuwendung zu aktuellen Herausforderungen.

Der Wegfall des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes hat hier viel Positives bewirkt; viele Änderungen waren unabwendbar und überfällig. Die NUWOG verstand dies als Chance, sich Neuem zu öffnen, ohne die eigenen Wurzeln zu vergessen. Blickt man auf die aktuelle Lage und die sich daraus ergebenden Aufgaben an ein dem Sozialen verpflichtetes kommunales Wohnungsunternehmen, haben sich zwar die Rahmenbedingungen entscheidend verändert; die Herausforderung, am Rande unserer Gesellschaft lebende Bevölkerungsschichten mit angemessenem Wohnraum zu versorgen, ist jedoch – in Anbetracht der vielen prekären Arbeitsverhältnisse, der „Hartz-IV“-Problematik, den Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise – im Grunde gleich geblieben.

Sie hat sich durch das Auseinanderdriften der Gesellschaft in „Arm und Reich“ und der zunehmenden Erodierung der „Mitte“ sogar verschärft (siehe hierzu auch das Thema des Monats „Armut und Segregation“ in der DW Dez. 2011/Jan. 2012). Hier liegt nach wie vor das originäre Handlungsfeld kommunaler Wohnungsunternehmen – als Dienstleister für Wohnungssuchende und im Interesse der Allgemeinheit. Sie leisten unverzichtbare Beiträge zum „sozialen Frieden“ und erwirtschaften für ihre Eigentümer als Mehrwert eine „soziale Stadtrendite“.

Eine solide betriebswirtschaftliche Basis ist heute auch für die kommunale Wohnungswirtschaft zentral. Infolge der gekürzten Wohnungsbaufördermittel ist sie gezwungen, die finanzielle Grundlage für ihr soziales Handeln zu großen Teilen selbst zu erwirtschaften. Sie kann sich dem Renditevergleich mit freien Immobilienunternehmen, wenn sich diese ebenfalls der langfristigen Bestandsbewirtschaftung und nicht nur dem Immobilienhandel verpflichtet fühlen, jederzeit messen. Diese Grundüberzeugungen konkretisieren sich in den von der NUWOG neu gebauten oder modernisierten Wohnanlagen.

Schlagworte zum Thema:  Sozialwohnung, Soziale Wohnraumförderung, Wohnraumförderung, Freier Wohnungsmarkt

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