Acht Preisträger wurden mit dem Deutschen Solarpreis 2018 ausgezeichnet. Vergeben wurde die Auszeichnung am 15. September in Bonn von Eurosolar und der Energieagentur NRW. In der Kategorie "Solare Architektur und Stadtentwicklung" wurde die Wohnungsgenossenschaft eG Wohnen 1902 aus Cottbus für ihre Mehrfamilienhäuser mit Mieterstrom und Mieterwärme gewürdigt.

Den Preis für die eG Wohnen 1902 nahmen Uwe Emmerling, Vorsitzender des Vorstands, und Arved Hartlich, Technischer Vorstand, entgegen. Das Cottbuser Flatrate-Konzept stammt aus der Feder von Professor Timo Leukefeld.

"Durch die Energiewende erleben wir große Veränderungen. Der Solarpreis ehrt herausragende Projekte, die diese Herausforderungen beispielhaft meistern." Christoph Dammermann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, NRW

Die vernetzten Mehrfamilienhäuser mit Mieterstrom und Mieterwärme wurden in der Begründung der Jury als Vorzeigeprojekt und als politisches Signal für ein alternatives Mieterstrommodell zum Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) hervorgehoben. Die Nachfrage nach geförderten Mieterstrommodellen ist nach Zahlen der Bundesnetzagentur eher gering. Verbände der Immobilien- und Wohnungswirtschaft hatten seit Längerem eine Nachbesserung des Mieterstromgesetzes von Juli 2017 gefordert. Das Potenzial von Solarem Mieterstrom wird in einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigt.

Den Deutschen Solarpreis 2018 erhalten: 

  • Kategorie "Städte, Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke": Kreis Steinfurt – Energieland 2050 e.V. als überparteiliches Bündnis von regionalen Akteuren zur Realisierung der Energiewende- und Klimaziele des Landkreises.
  • Kategorie "Solare Architektur und Stadtentwicklung": Die vernetzten Mehrfamilienhäuser mit Mieterstrom und Mieterwärme, Cottbus, Timo Leukefeld / eG Wohnen 1902.
  • Kategorie "Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe / Unternehmen": Erneuerbares "Kraftdach", Bäckerei-Filiale Zipper, Gelsenkirchen-Erle, nachhaltiges, technisch anspruchsvolles Energiekonzept für Strom, Wärme und Kälte.
  • Kategorie "Lokale und regionale Vereine / Gemeinschaften": Solar Powers e.V., Berlin, Engagement der Studierenden / Signalwirkung für Nutzungspotenzial von Solarstrom auf den Dächern von Bildungseinrichtungen.
  • Kategorie "Medien": Heinz Wraneschitz, Wilhermsdorf, journalistisches Engagement für die dezentrale Energiewende auf Basis 100 Prozent Erneuerbarer Energien.
  • Kategorie "Transportsysteme": GO Mobile AG, Aachen, Aufbruchssignal in das Zeitalter der Elektromobilität / Vorbildfunktion für etablierte Autohersteller in Deutschland.
  • Kategorie "Bildung und Ausbildung": Werner-Heisenberg-Schule, Rüsselsheim, fächerübergreifendes Konzept zur Integration erneuerbarer Energieprojekte in den Unterricht.
  • Kategorie "Sonderpreis für persönliches Engagement": Aribert Peters, Unkel, Engagement / gesamtgesellschaftliches Wirken im Interesse der Energieverbraucher.

Der Deutsche Solarpreis wurde von Dr. Hermann Scheer (†), Träger des Alternativen Nobelpreises, ins Leben gerufen. Ausgezeichnet werden seit 2014 besondere und herausragende Projekte und Initiativen, die eine konsequente und dezentrale Energiewende verfolgen. 

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