26.02.2015 | Top-Thema Social Media: Twitter-Nutzung in der Wohnungswirtschaft

Und wo ist der Haken?

Kapitel
Regelmäßige Aktivität bringt nicht automatisch neue Follower (Symbolfoto)
Bild: Haufe Online Redaktion

Leider gibt es kein schnelles Erfolgsrezept: Auch bei regelmäßigen abwechslungsreichen Twitter-Aktivitäten kann es dauern, bis Follower auf den Account aufmerksam werden.

Die Gartenstadt Hüttenau eG etwa pflegt seit August 2014 ihren mit einer Facebook-Seite verknüpften Twitter-Account mit mehreren Einträgen pro Woche. Die Zahl der Follower ist bisher noch einstellig - unter Umständen muss man also einen langen Atem haben, um die erwünschte Aufmerksamkeit zu bekommen. Außerdem kommt es vor, dass nur wenige oder gar keine Reaktionen von Followern eingehen. "Kommentare bekommen wir vor allem auf Facebook", sagt Reiner Stiller von der Bauverein Rüstringen eG.

"Wir beobachten, dass tendenziell eher die Nutzer posten, denen etwas nicht gefällt – Frustration teilen die Menschen eher mit als Lob", berichtet Marc André Naust von der B&S Iserlohn. Diese Erfahrung hat auch Oliver Holzmann mit dem Twitter-Account der Vivawest gemacht: Ein unzufriedener Mieter sendete einen öffentlichen Tweet in unflätiger Sprache an das Unternehmen. Holzmanns Reaktion erfolgte in deeskalierender Sprache, zudem vergewisserte er sich, dass das Anliegen des Mieters bearbeitet wurde. Eine positive Rückmeldung des Kunden blieb allerdings aus. "Eine positive Feedback-Kultur muss sich im Netz noch entwickeln", sagt Holzmann. Da viele Nutzer nicht mit ihrem Klarnamen angemeldet sind, ist es zudem schwierig, herauszufinden, wer hinter einem Kommentar steckt.

Vor einem "Shitstorm" haben die Twitter-Anwender in den Wohnungsunternehmen trotzdem keine Angst: "Wenn sich ein emotionaler Twitter-Nutzer negativ äußert, findet sich unter den zufriedenen Kunden immer ein vernünftiger Mensch, der das korrigiert", sagt Daniel Pfaff von der CAWG. "Wir reagieren jedoch in jedem Fall mit einem sachlichen Kommentar." Auch Marc André Naust von der B&S Iserlohn vertraut in dieser Hinsicht auf die Weisheit der Masse.

"Zu einem gewissen Grad hat man es selbst in der Hand, ob so etwas passiert", sagt Reiner Stiller von der Bauverein Rüstringen eG. Es hänge schließlich auch damit zusammen, welche Inhalte veröffentlicht werden. "Wir überlegen vorher, was wir schreiben und was polarisieren könnte. Zudem schützt uns, dass wir insgesamt sehr offen kommunizieren: Das schafft Vertrauen", sagt Reiner Stiller.

Kostenloses Experimentierfeld

Insgesamt wird Twitter in der Wohnungswirtschaft bisher noch als Experimentierfeld gesehen. Da es kostenlos ist, einen Account anzulegen, und der Aufwand gering ist, handeln einige nach der Devise "Schaden kann es nicht". Dabei beobachten die Akteure jedoch ganz genau, wie sich Twitter entwickelt: "Wenn Twitter irgendwann 'durch die Decke geht', kann ich mich ja jederzeit wieder einloggen und mit einer neuen Strategie loslegen", sagt Daniel Pfaff von der CAWG.

Hier geht es zu einer Übersicht der im Artikel erwähnten Twitter-Accounts sowie einer Erklärung der wichtigsten Begriffe.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Social Media Marketing, Online-Marketing, Marketing, Social Media

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