| Hamburg: St. Georg

Selbstverpflichtung von Immobilieneigentümern: Vielfalt fürs Quartier

Bestand der BGFG am Hansaplatz, ganz in der Nähe der Langen Reihe
Bild: BGFG

Die Straße "Lange Reihe" als Lebensader des zentralen Hamburger Stadtteils St. Georg soll nicht von Filialisten und Restaurantbetrieben dominiert und damit zur uniformen Einkaufsstraße werden, sondern zu einem vielfältigen Angebot im Stadtteil beitragen. Das haben elf Grundeigentümer eine Absichtserklärung fürs Quartier festgelegt.

Die Eigentümer, die für einen wesentlichen Teil der Einzelhandelsflächen und der Gebäude verantwortlich sind, reagieren damit auf öffentliche Proteste im Quartier und treten dem Vorwurf entgegen, dass sie zu Gunsten von Profit und zu Lasten der bisherigen Anbieterstruktur und der Attraktivität im Stadtteil agierten. 

Auf Initiative des Bezirksamtsleiters von Hamburg-Mitte hatten einige Vermieter die Arbeitsgemeinschaft Lange Reihe ins Leben gerufen und eine Absichtserklärung (Letter of Intent) entworfen. Im Rahmen der Selbstverpflichtung erklären sich die Beteiligten nun bereit, interessanten Geschäftskonzepten bei der Vermietung den Vorzug gegenüber einer Gewinnmaximierung zu geben. Sie wollen damit der Verantwortung für den Stadtteil gerecht werden und einen Anstieg der Mieten sowohl für Wohn- als auch Gewerberaum verhindern.

Zu den Unterzeichnenden gehört nicht nur Einzeleigentümer und Investoren, sondern auch das kommunale Hamburger Wohnungsunternehmens Saga GWG und die Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG, die Bestände im Kiez um die Lange Reihe und den benachbarten Hansaplatz haben. „Der Zusammenschluss von unterschiedlichen Gewerbeanbietern am Standort Lange Reihe macht deutlich, dass das strategische Interesse sich mit einem von herkömmlichen Einkaufsstraßen unterscheidenden Gewerbemix abzuheben und damit auch zu positionieren größer ist, als eine reine Gewinnmaximierung. Der gute Ruf des Quartiers und damit die nachhaltige Bewirtschaftung stehen im Vordergrund“, erklärte Saga GWG-Vorstand Willy Hoppenstedt. „Unsere Baugenossenschaft engagiert sich seit Jahren für den Erhalt eines bunten St. Georg. Die besondere Vielfalt der Einkaufsmöglichkeiten und die kleinen Dorfläden müssen erhalten bleiben. Für die Menschen und unsere Stadt bringen wir uns aktiv ein, erklärt BGFG-Vorstand Ingo Theel.

Schlagworte zum Thema:  Quartiersentwicklung

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