10.11.2015 | GdW

Studie: "Schwarmverhalten" sorgt für Wohnungsknappheit in den Städten

"Der Wohnungsmarkt in Deutschland braucht schleunigst pragmatische Entscheidungen der Politik", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko
Bild: GdW

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. hat anlässlich der Veröffentlichung der neuen Studie "Schwarmstädte in Deutschland" darauf hingewiesen, dass nicht nur die hohe Anzahl der Flüchtlinge, sondern auch die Binnenwanderung in Deutschland für die Wohnungsknappheit in den Großstädten verantwortlich sind.

Aus der Studie "Schwarmstädte in Deutschland", die Empirica im Auftrag des GdW durchgeführt hat, geht hervor, dass das Wanderungsmuster der jüngeren Bevölkerung als "Schwarmverhalten" beschrieben werden kann: Wie Zugvögel sammeln sich die jungen Menschen in den Städten und sorgen dort für knappen Wohnraum.

Die Hauptursache für diese Wanderungsbewegung liegt nicht im gestiegenen Anteil der Studienanfänger: Zwar führt die Aufnahme eines Studiums meist zu einem Wohnortwechsel in die Hochschulstadt, aber die für die Bildungsausweitung notwendigen Hochschulkapazitäten wurden in den letzten Jahren überwiegend außerhalb der Schwarmstädte aufgebaut. Verursacher sind vielmehr die Berufsanfänger (25 bis 34 Jahre), die aus peripheren ländlichen Räumen und aus ihren Studienorten in die Schwarmstädte ziehen.

Die Hauptmotivation für das Wohnen in der Stadt ist aber nicht das Vorhandensein von Arbeitsplätzen. Die Zahl der in den Schwarmstädten wohnenden, aber nicht dort arbeitenden Beschäftigten ist deutlich angestiegen. Diese Menschen pendeln zu ihren Arbeitsplätzen, weil sie in der Stadt günstige Wohnungen finden und die urbane Wohnqualität schätzen.

Das Fazit der Studie lautet, dass die Mieten in den ländlichen Regionen günstiger als in der Stadt sein müssten, um den Wanderungsbewegungen in die Stadt entgegenzuwirken. Durch die Mietpreisbremse seien Regionen weniger konkurrenzfähig.

Neubauoffensive gefordert

Der GdW erwartet vor dem Hintergrund der Wanderungsbewegungen eine Verschärfung der Wohnungsknappheit in den Städten. "Der Wohnungsmarkt in Deutschland braucht schleunigst pragmatische Entscheidungen der Politik", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. "Wir brauchen eine Neubauoffensive, und zwar jetzt." Es gehe darum, die zunehmenden Konflikte am Wohnungsmarkt zu reduzieren, sagte Gedaschko. Gebaut werden müsse für alle: "für Studenten, für ältere Menschen, für Alleinerziehende und Familien und für alle Menschen, die zu uns kommen und ein Bleiberecht haben."

Weitere Informationen zu diesem Thema erscheinen in der wi Wohnungspolitische Informationen.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft

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