| Demografischer Wandel

Studie: Sachsen braucht mehr barrierefreie Wohnungen

Barrierefreies Badezimmer (Symbolfoto)
Bild: Blome

Sachsen braucht dringend mehr barrierefreie Wohnungen – zu diesem Fazit kommt der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) auf Basis einer neuen Studie.

Der heutige Mindestgesamtbedarf an barrierearmen Wohnungen in Sachsen kann laut VSWG mit rund 93.000 Wohnungen angegeben werden. Der Verband forderte einen Sofortausbau zur Schaffung von insgesamt etwa 100.000 barrierearmen Wohnungen in Sachsen.

Langfristig sei mit einem weiter steigenden Bedarf an barrierearmen Wohnungen zu rechnen, denn bis 2050 werde die Anzahl der Personen, die pflegebedürftig sind und nicht stationär untergebracht werden können, um über 50 Prozent steigen. Darüber hinaus hätten häufig auch Personen, die älter als 65 Jahre sind und keine Pflegebedürftigkeit aufweisen, den Wunsch, in einer barrierearmen Wohnung zu leben. Perspektivisch wird damit ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung auch bei Pflegebedürftigkeit gesichert, ohne dass ein Umzug nötig wird. "Wir nehmen an, dass der tatsächliche Bedarf an barrierearmem Wohnraum den dargestellten Minimalbedarf noch übersteigt", so Dr. Michael Uhlmann, Geschäftsführer der ATB Chemnitz.

Die Studie wurde vom VSWG in Kooperation mit dem Gesundheitsökonomischen Zentrum (GÖZ) der TU Dresden und der ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums des Innern durchgeführt. Im Rahmen der Studie wurden unterschiedliche ambulante und stationäre Wohn- und Versorgungsformen volkswirtschaftlich analysiert.

Die erhobenen Daten sollen helfen, den künftigen Anforderungen einer bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung bis 2030 und 2050 mit einer optimalen und nachhaltigen Verteilung der notwendigen Wohn- und Versorgungsformen im Rahmen effektiver Städtebau- und Stadtentwicklungsstrategien entgegenzutreten.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Demografischer Wandel

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