01.10.2014 | Rückblick

Jahrestagung Arbeitskreis Baufachpresse in Stuttgart

Neubauprojekt "Das Gerber" in Stuttgart
Bild: Zebe

Vom 18.-21.09.2014 fand die Jahrestagung des Arbeitskreis Baufachpresse e.V. in Stuttgart statt. Im Mittelpunkt der Fachtagung standen die zahlreichen Baustellen, die sich im Rahmen des Stadtumbaus von Stuttgart ergeben.

In seinem Einführungsvortrag berichtete Dr. Detlev Kron, Leiter des Amtes für Stadtplanung und Stadterneuerung, über den Stand der Neuordnung des Verkehrsknotens Stuttgart 21. Der Neubau eines unterirdischen Bahnhofes eröffnet der Stadt Stuttgart städtebauliche Chancen: Während in vielen Städten nur in den umliegenden Vororten weiterer Wohn- und Lebensraum geschaffen werden kann, ermöglichen die frei werdenden Gleisflächen, dass Stuttgart im Zentrum wächst. 100 Hektar Fläche stehen für die städtebauliche Entwicklung der Stuttgarter Innenstadt zur Verfügung. 50 Hektar werden für Wohnen und Arbeiten genutzt, um 20 Hektar werden die Parkanlagen erweitert und zusätzlich sind 10 Hektar für den Bau von Grünanlagen, öffentlichen Plätzen und Straßengrün vorgesehen. Es sollen rund 20.000 Arbeitsplätze und Wohnungen für 11.000 Menschen entstehen.

Wesentlicher Bestandteil der Jahrestagung des Arbeitskreises sind Exkursionen der Mitglieder zu interessanten Bauprojekten.

Exkursion zum Fildertunnel

Eine Exkursion führte die Teilnehmer zum Fildertunnel. Auf einer Länge von 9,5 Kilometern verbindet der Fildertunnel den Stuttgarter Hauptbahnhof mit der rund 155 Meter höher liegenden Filderebene.

Im Rahmen der Exkursion zum Fildertunnel konnte die Tunnelvortriebsmaschine Suse besichtigt werden. Die Tunnelbohrmaschine hat einen Schilddurchmesser von 10,82 Metern und eine Schneidradleistung von 4.200 Kilowatt.
Unter fachkundiger Führung eines Bauleiters wurden nicht nur die technischen Details des Tunnelbauprozesses erläutert, sondern auch zahlreiche weitere technische Aspekte, zum Beispiel die Baulogistik zur Entsorgung des Abbaumaterials, beschrieben.

Exkursion durch das Europaviertel

Eine weitere Exkursion führte durch das neu entstandene Europaviertel. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs entsteht derzeit ein komplett neues Stadtviertel. Das Stadtentwicklungsprojekt gehört zu den bedeutendsten Innenstadtentwicklungen Deutschlands. Einige Gebäudekomplexe wurden bereits realisiert.

Exkursion zum Neubauprojekt "Das Gerber"

Die dritte Exkursion führte in das Gerber-Viertel und zur Besichtigung des Neubauprojektes "Das Gerber". Das Grundstück zwischen Paulinenbrücke, Tübinger Straße, Sophienstraße und Marienstraße wird mit einer Investitionssumme von 250 Millionen Euro neu bebaut. In gut erschlossener Lage entsteht ein neues Quartier mit einem Einkaufszentrum, Büros und Wohnungen. Das Gerber wird Stuttgarts erste Bebauung dieser Größe, die eine urbane Mischnutzung aufweist. Das Projekt ist von städtebaulicher Bedeutung. Es verbindet in Stuttgart-Mitte die südliche Innenstadt mit der Einkaufsmeile Königstraße.
Die Arbeiten laufen seit Anfang 2011. Das Einkaufszentrum öffnet seine Tore Ende September, die Büros und Wohnungen werden bis Ende 2014 bezugsbereit.

Podiumsdiskussion: Kann Deutschland noch groß?

Ein weiterer fachlicher Höhepunkt war die Podiumsdiskussion zum Thema "Kann Deutschland noch groß". Dieter Diener, Hauptgeschäftsführer Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Kai Bierich, Geschäftsführender Gesellschafter der Wulf Architekten GmbH sowie Jürgen Brandstetter, Geschäftsführer der Gassmann+Grossmann Baumanagement GmbH und Wolfgang Dietrich, Vorstandsvorsitzender des Bahnprojektes Stuttgart-Ulm e.V. präsentierten ihre Thesen zur Umsetzung von Großprojekten in Deutschland. Fazit: Ja, Großprojekte können auch in Deutschland zeit- und kostengerecht abgewickelt werden – unter bestimmten Voraussetzungen. Genaue Formulierung des Planungsziels, Transparenz im Planungs- und Bauprozess und Optimierung der Schnittstellen zur Politik und zu den Behörden wurden von den Diskussionsteilnehmern genannt.

Vorstände gewählt

Der Arbeitskreis Baufachpresse e.V. führte zudem Vorstandswahlen durch. Als Vorsitzender wurde Burkhard Fröhlich, Chefredakteur der Deutschen Bauzeitschrift (DBZ), mit großer Mehrheit wiedergewählt. Als stellvertretende Vorsitzende wurde Dr. Ilona Klein, Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit beim Zentralverband Deutsches Baugewerbe, ebenfalls wiedergewählt. In ihren Funktionen bestätigt wurden auch Jürgen Schaal als Schatzmeister, Maike Sutor-Fiedler als Schriftführerin, Hanns-Christoph Zebe, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, sowie Heinz Schmid. Neues Mitglied im Vorstand wurde Ulrike Silberberg, Chefredakteurin DW Die Wohnungswirtschaft, die die Aufgabe eines Beisitzers übernimmt.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Veranstaltung

Aktuell

Meistgelesen