Die kommunale Rostocker Wohnungsgesellschaft Wiro friert die Kaltmiete bei maximal 5,30 Euro pro Quadratmeter für 800 Wohnungen in allen Stadtteilen ein. Mit dem sogenannten "Miet-Anker" wollen das Unternehmen und die Hansestadt erwerbstätige Einwohner mit niedrigem Einkommen bei der Neuanmietung einer Wohnung unterstützen.

Voraussetzung ist, dass im Haushalt mindestens ein Kind unter 18 Jahren lebt. Außerdem gelten Einkommensgrenzen wie bei einem Wohnberechtigungsschein. Das kommunale Wohnungsunternehmen vermietet nach eigenen Angaben derzeit rund 35.000 Wohnungen.

"Anker-Schein" als Berechtigungsnachweis

Die Initiative "Miet-Anker" läuft zunächst befristet bis zum Jahr 2025. Den "Anker-Schein" stellt die Stadtverwaltung aus. Dort erfolgt auch die Prüfung der Einkommensverhältnisse. Der Bescheid ist für ein Jahr gültig, danach müssen die Einkommensverhältnisse vom Mieter neu dargelegt werden. Eine eventuelle Verlängerung ist jeweils zwei Jahre gültig.

Mit dem gebührenfreien Bescheid können sich Interessenten an das Wiro-Kundencenter Vermietung wenden. Dann wird gemeinsam eine passende Wohnung gesucht. Wer die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt, zieht aus der "Anker-Wohnung" wieder in eine reguläre Wiro-Mietwohnung. Der Pool mit Anker-Wohnungen soll bei Bedarf aufgefüllt werden.

Die Linke fordert eine Ausweitung

Die Linke in der Bürgerschaft begrüßte den Schritt. "Schön wäre, wenn der Mietanker in Zukunft noch ausgeweitet wird und mehr Wohnungen umfassen könnte", sagte die Fraktionsvorsitzende Eva-Maria Kröger. In Rostock lag die durchschnittliche Kaltmiete dem Mietspiegel 2017 zufolge bei 5,89 Euro. Seit dem 1. Oktober gilt in Rostock und Greifswald zudem die Mietpreisbremse.

Lesen Sie auch:

Carsharing: Wohnungsunternehmen Wiro kooperiert mit Deutscher Bahn

Mecklenburg-Vorpommern will landeseigene Wohnungen verkaufen

Norddeutsche Wohnungswirtschaft investiert Milliarden in bezahlbare Wohnungen