19.12.2013 | Top-Thema Qualität am Bau - Planung, Ausführung, Abnahme, Schadstoffsanierung

Nachhaltige Fassadensanierung bei Wohnhochhaus: Werterhaltender Wärmeschutz

Kapitel
Der Unterschied zwischen den neuen Fassaden und den benachbarten, noch nicht sanierten Punkthochhäusern ist deutlich
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Nachhaltiges Bauen erfordert auch bei der Gebäudesanierung den Einsatz von umweltgerechten und langfristig zum Werterhalt beitragenden Baustoffen.

So nutzt das kommunale Wohnungsunternehmen Sozialbau Kempten bei der Fassadensanierung eines mehrgeschossigen Wohngebäudes die entsprechenden bauphysikalischen Vorteile eines aufgebrachten Wärmedämmverbundsystems aus Mineraldämmplatten.

 

Die Sozialbau Kempten Wohnungs- und Städtebau GmbH sieht sich, wie schon der Name ausdrückt, in der sozialen Verantwortung für ihre rund 3.900 Mieterhaushalte. Sie will ihnen qualitativ attraktiven Wohnraum zu dauerhaft bezahlbaren Mietpreisen zur Verfügung stellen. Ein Schwerpunkt ihrer Investitionstätigkeit ist deshalb auch die mit wirtschaftlichem Augenmaß betriebene Modernisierung ihres Wohnungsbestands. Bis 2015 ist dabei u. a. die Sanierung der - aufgrund der zentrierten Erschließungseinrichtungen als Punkthäuser bezeichneten - Wohnhochhäuser am Augarten in Kempten geplant. Den Auftakt der Sanierungsmaßnahmen bildet das zu Beginn der 1970er Jahre errichtete Wohngebäude am Augarten 12 mit seinen auf neun Geschossen verteilten 36 Wohnungen.

Nachhaltiger Wärmeschutz gewünscht
Zentrales Element der im Mai 2013 begonnenen Gebäudesanierung ist der durch ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) sicherzustellende Wärmeschutz der Fassaden. Das bestehende Ziegelmauerwerk mit einer hinterlüfteten Verkleidung aus großformatigen Eternitplatten wies neben optischen Mängeln durch Algen- und Pilzbildung auch zunehmend Feuchteschäden auf. So lösten sich aufgrund der marode gewordenen Holzunterkonstruktion schon einige Asbestzementplatten von der Fassade.

Kriterien für die Materialauswahl
Baulicher Wärmeschutz war vor 40 Jahren praktisch noch kein Thema. Die in Teilbereichen der Fassade vorhandene Glaswolledämmung von 4 cm Dicke konnte in der Vergangenheit nur einen geringen Beitrag zur Reduzierung des Heizenergieverbrauchs leisten. „Der neue angestrebte bauliche Wärmeschutz sollte u. a. zum Erhalt von Fördergeldern den Anforderungen eines KfW-Energieeffizienzhauses 100 genügen. Bei der Festlegung des herzustellenden WDVS spielte die zu einem wirtschaftlichen Preis zu gewährleistende Wärmedämmung der Fassade zwar eine wichtige Rolle, war aber nicht das alleinige Auswahlkriterium“, betont der stellvertretende Sozialbau-Geschäftsführer und Prokurist Mike Walliser. „Wir wünschen uns von dem WDVS insbesondere auch eine gewährleistete hohe Nachhaltigkeit.“ Dies setzte eine minimierte Beeinträchtigung der Umwelt über die gesamte Lebensdauer des gewählten WDVS voraus. Es musste neben der Verwendung ökologisch und gesundheitlich absolut unbedenklicher Rohstoffe und der möglichst energiesparenden Herstellung zu einer dauerhaft wartungsfreien Fassade beitragen und soll am Ende der Nutzungsdauer auch problemlos zu entsorgen sein.

Schutz vor Algen- und Pilzbildung
Angesichts dieser Vorgaben überzeugte das ausgewählte Wärmedämmverbundsystem Multipor den Bauherrn durch u. a. seine Umwelt-Zertifikate. So sind das für seine hohen ökologischen Anforderungen bekannte Umweltsiegel Natureplus und die Umwelt-Deklaration des Institutes Bauen und Umwelt e. V. ein Beleg für die nachgewiesene hohe Umweltfreundlichkeit der nur aus Kalk, Sand, Zement und Wasser hergestellten Mineraldämmplatten.
„Ein ausschlaggebender Pluspunkt war für uns außerdem die hohe Diffusionsfähigkeit des Multipor WDVS, die eine Feuchtebildung auf der gedämmten Wandoberfläche verhindert“, erklärt Walliser. Das Wohnhochhaus liegt in unmittelbarer Nähe des Gebirgsflusses Iller. Die Fassaden sind somit permanent hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Hohe Feuchte des Untergrunds ist bekanntlich die Voraussetzung für die Ansiedlung von Mikroorganismen wie Algen und Pilze. Die diffusionsoffene Kombination aus Mineraldämmung und mineralischem Edelputz plus Silikatanstrich des Multipor WDVS beugt der Feuchteakkumulation auf der Wandoberfläche vor, weil sie Feuchte durch Zwischenspeicherung aufnimmt und durch Austrocknung wieder abgibt. „Wir erhoffen uns davon ohne Einsatz von umweltbelastender Chemie einen ausreichenden Schutz der Fassaden vor Algen- bzw. Pilzbildung“, so Walliser.
Last, but not least wurde von dem WDVS angesichts der Gebäudehöhe und Nutzung natürlich auch hoher Brandschutz gefordert. Das nichtbrennbare Gesamtsystem erfüllt nach EN 13501-1 die Kriterien nach Baustoffklasse A2 und die Mineraldämmplatten (Baustoffklasse A1) erzeugen im Brandfall weder Rauch noch giftige Gase.

Rita Jacobs, PR und Kommunikation, Düsseldorf

Schlagworte zum Thema:  Sanierung, Planung

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