25.03.2015 | Projekt

Howoge entwickelt altersgerechtes Stadtquartier

Ambulante Unterstützung kann Senioren ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen (Symbolfoto)
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im Rahmen eines Pilotprojekts zur altersgerechten Gestaltung des Quartiers "Am Tierpark" plant die Howoge den Bau von Seniorenwohnungen, die Anpassung von Bestandswohnungen und den Ausbau von Serviceleistungen. Insgesamt sollen davon 11.000 Mieter in Berlin-Lichtenberg profitieren.

In dem 6.000 Wohnungen umfassenden Quartier beträgt das Durchschnittsalter der Bewohner 60 Jahre. Damit hat es die ältesten Bewohner im Howoge-Bestand.

In dem Projekt entstehen in einem ehemaligen Studentenwohnheim 83 altersgerechte Wohnungen. Das unsanierte, leerstehende Gebäude wird baulich instandgesetzt und es werden barrierefrei erreichbare Wohnungen mit bodengleichen Duschen umgesetzt. Zudem wird in dem Gebäude eine Senioren-Wohngemeinschaft für elf Personen eingerichtet. Ein Concierge wird als Ansprechpartner für die Senioren vor Ort zur Verfügung stehen. Die Fertigstellung erfolgt im Frühjahr 2015.

Weiterhin plant das Unternehmen eine seniorengerechte Anpassung von Bestandsgebäuden. 1.800 Wohnungen im Quartier "Am Tierpark" sind nach Angaben des Wohnungsunternehmens bereits barrierefrei zu erreichen. Im Rahmen des Pilotprojektes werden zusätzlich fünf Aufzüge entsprechend umgebaut, sodass in Kürze weitere 200 Wohnungen barrierefrei erreichbar sind. In den Wohnungen selbst werden spezifische Umbauten individuell und bedarfsgerecht in Abstimmung mit den Mietern vorgenommen.

Gemeinsam mit der gemeinnützigen Biloba GmbH wird das Wohnungsunternehmen ein "Quartierszentrum Am Tierpark" mit generationsübergreifenden Angeboten einrichten. Die Mitarbeiterinnen des Quartierszentrums beraten Hilfsbedürftige, Senioren und Angehörige, vermitteln bedarfsgerechte Angebote und unterstützen bei der Beantragung von staatlichen Leistungen.

Umfrage zu Wohnbedürfnissen durchgeführt

Für das Pilotprojekt ließ das Wohnungsunternehmen gemeinsam mit dem Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. eine Umfrage unter 1.500 Mietern im Quartier durchführen. Dabei wurden die individuellen Bedürfnisse der Bewohner für das Wohnen im Alter erfragt.

In der Befragung gaben rund 90 Prozent der über 65-Jährigen an, dass sie als Wohnform im Alter das Wohnen in den eigenen vier Wänden mit ambulanter Versorgung präferieren. Vor diesem Hintergrund sind Barriere- und Bewegungsfreiheit für die Mieter maßgebliche Punkte. Das Vorhandensein eines Aufzugs wurde von über 85 Prozent der Befragten als sehr wichtig oder wichtig eingestuft. Für die Mieter über 65 Jahren haben zudem die schwellenlose Erreichbarkeit der Wohnung beziehungsweise die Schwellenarmut in der Wohnung selbst Priorität.

Wie die Befragung zeigte, ist den Mietern über 65 Jahren neben den Voraussetzungen in der eigenen Wohnung auch ein breites Beratungs- und Serviceangebot wichtig. Fast die Hälfte aller Mieter nutzt das Internet nicht und ist demzufolge auf eine persönliche Beratung zu möglichen Unterstützungsleistungen angewiesen.

Die Ergebnisse aus der Befragung der Mieter sollen eine wirtschaftliche Umsetzung des altersgerechten Quartiers ermöglichen und verhindern, dass das Wohnungsunternehmen an den Interessen der Mieter "vorbeiplane", sagte Howoge-Geschäftsführerin Stefanie Frensch. "Wir erhoffen uns aus dem Projekt wichtige Erkenntnisse, die wir in Abhängigkeit des Projekterfolgs auch auf andere Quartiere übertragen können", so Frensch.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Quartier, Altengerechtes Wohnen, Barrierefreiheit, Neubau, Modernisierung

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