Pilotprojekt in Hamburg-Bramfeld: Der Wohnungsverein Hamburg von 1902 und die Karl Danger Grundstücksverwaltung planen 154 Mietwohnungen mit nicht mehr als acht Euro Anfangsnettokaltmiete pro Quadratmeter Wohnfläche.

Die magische Grenze von acht Euro ist eine Vorgabe des Hamburger Senats, der mit diesem und aktuell noch einem weiteren Modellvorhaben das Pilotprojekt "8 Euro-Wohnungsbau" durchführt. Das Projekt in Hamburg-Bramfeld soll nach Angaben der Investoren eine Ergänzung zu der klassischen öffentlichen Förderung von Sozialwohnungen sein und Wohnraum für untere und mittlere Einkommen schaffen. Der Baustart ist bereits erfolgt. Mitte des Jahres soll der Hochbau beginnen, die Grundsteinlegung ist für August/September geplant und die Fertigstellung bis Ende 2019.

Bezahlbares Wohnen und ganzheitliche Quartiersentwicklung

Für die beiden Investoren ist es das dritte gemeinsame Bauprojekt. Im Rahmen des „Quartiers Dorfgraben“ verpflichten sie sich, die Mieten innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren – auch bei Mieterwechsel – nicht über acht Euro pro Quadratmeter steigen zu lassen. Danach gelten die Regelungen zur Erhöhung der Miete nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Staffelmieten werden über einen Zeitraum von 15 Jahren ausgeschlossen. Die Wohnungen dürfen außerdem nicht in Eigentum umgewandelt werden.

Im Rahmen des Neubauvorhabens entstehen neun drei- bis viergeschossige Gebäude mit einer Mischung von Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen auf insgesamt rund 12.000 Quadratmeter Wohnfläche. Alle Häuser erhalten eine Klinker-Fassade und werden mit Balkon oder Terrasse sowie Einbauküche ausgestattet. Neben Tiefgaragenplätzen sind auch Grün- und Gartenflächen vorgesehen.

Visualisierung des geplanten Neubaus in Hamburg-Bramfeld
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Hamburg will Sparpotenziale ausschöpfen

Das Modellvorhaben solle zeigen, dass attraktiver und trotzdem bezahlbarer Wohnungsbau in Hamburg möglich sei – auch ohne öffentliche Förderung, sagte der zuständige Hamburger Bezirksamtleiter Thomas Ritzenhoff. Um bei acht Euro Kaltmiete pro Quadratmeter dennoch tragfähig wirtschaften zu können, wollen die beiden Investoren einsparen, wo es geht, ohne Abstriche an der Qualität zu machen: zum Beispiel durch die Wiederholung von Grundrissen und Gebäuden oder der Vereinheitlichung von Fensterformaten. "Die Grundidee "Keep it simple" ist uns wichtig", betonte Claus Dietrich Scholze, Vorstandsmitglied im Wohnungsverein von 1902. Als Bestandshalter lege die Genossenschaft ebenso Wert auf Nachhaltigkeit: Der Produktlebenszyklus von Neubauten der Genossenschaft, so Scholze, liege bei mindestens drei Generationen und sei damit auf ein Minimum von 80 Jahren ausgelegt.

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