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Staatsgeld kann Mieten um bis zu 4,14 Euro pro Quadratmeter senken

Die Verbände fordern mehr Geld vom Staat
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Steuererleichterungen, Finanzierungshilfen und günstiges Bauland aus öffentlicher Hand könnten die Kaltmieten in Neubauten im Idealfall bis zu 4,14 Euro je Quadratmeter senken. Das ist ein Ergebnis der Studie des Pestel Instituts, die sieben Immobilienverbände in Berlin vorlegten.

Die Bau- und Immobilienbranche und der Mieterbund fordern deshalb zusätzliche Förderung vom Staat, um die Mieten gerade in Großstädten zu drücken.

Kosten ihres "Deutschland-Plans für bezahlbares Wohnen" nennen die Verbände nicht. Sie betonten, das Programm werde sich für den Staat rechnen, weil ein Drittel der Investition als Steuern und Sozialabgaben zurück fließe.

Ein Bündnis von Verbänden hatte in Berlin kürzlich auch ein Positionspapier vorgelegt, das die Politik auffordert, den Wohnungsbau anzukurbeln und die energetische Gebäudesanierung stärker zu fördern.

Wohnungen sind vor allem in beliebten Ballungsräumen knapp

Ob München, Stuttgart, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main oder Berlin - steigende Mieten fressen gerade in Ballungsräumen immer mehr vom Haushaltseinkommen der Bürger auf. Vor allem in boomenden Großstädten herrscht Wohnungsnot. Preissprünge von bis zu 40 Prozent sind bei Wiedervermietungen inzwischen üblich, wie das Bundesjustizministerium vorrechnet.

In ländlichen Regionen ist die Entwicklung dagegen weniger dramatisch. In ganz Deutschland sind die Mieten 2013 nur um 1,3 Prozent gestiegen - niedriger als die Gesamtteuerung von 1,5 Prozent. Auch über die letzten Jahre gesehen kletterten die Nettokaltmieten langsamer als die Inflationsrate.

Mieterbund und Baubranche rechnen vor, dass in den Problemregionen bundesweit rund 40.000 Mietwohnungen pro Jahr zusätzlich neu zu bauen wären, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Zum Vergleich: 2012 sind in Deutschland laut Statistischem Bundesamt rund 200.000 Wohnungen gebaut worden, rund 17.000 mehr als im Vorjahr.

Laut Mieterbund sind München, Stuttgart, Köln, Frankfurt und Hamburg die fünf teuersten Großstädte. Hier liegen die Nettokaltmieten schon jetzt teils deutlich über 7,50 Euro pro Quadratmeter.

Bauministerin Barbara Hendricks greift Mieterbund-Forderungen auf

Bauministerin Barbara Hendricks hat inzwischen die Mieterbund-Forderung aufgegriffen und kündigte an, das Wohngeld werde zum 1.7.2015 erhöht. Neben einer Erhöhung des Leistungsumfangs und neuen Miethöchstbeträgen werde auch eine Heizkostenkomponente wiedereingeführt.

Zum Thema energetische Modernisierungen erklärte Bauministerin Barbara Hendricks, sie strebe "Warmmietenneutralität" an. Mieterhöhungen dürften allenfalls geringfügig über der Heizkostenersparnis liegen.

Der Direktor des Deutschen Mieterbund (DMB), Lukas Siebenkotten, begrüßte die Ankündigungen.

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