Das Modellprojekt "PassivHausSozialPlus" wird mit 6 Millionen Euro gefördert (Symbolfoto) Bild: Corbis

Im Rahmen des Modellprojekts "PassivHausSozialPlus" in Darmstadt sollen Möglichkeiten gefunden werden, im sozialen Wohnungsbau die Nebenkosten zu verringern. Das Land Hessen fördert das Projekt mit sechs Millionen Euro.

Die Stadt Darmstadt stellt für das Projekt ein Bestandsgebäude mit 18 Wohneinheiten auf dem Gelände der ehemaligen Lincoln-Kaserne zur Verfügung. 

Ein Drittel dieses Bestandsgebäudes wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die verbleibenden zwei Drittel des Bestandsgebäudes werden energieeffizient saniert. Alle neu entstehenden Wohnungen, in der Sanierung und dem Neubau, werden mit Finanzmitteln des sozialen Wohnungsbaues finanziert und mit einer Mietpreisbindung von 6 Euro bis 6,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche belegt. Der zu sanierende Bestand wird nach Umbau und Sanierung 23 Sozialwohnungen mit unterschiedlicher Flächengröße beinhalten. Der Neubau wird 19 ausnahmslos barrierefreie Sozialwohnungen aufweisen, wovon mindestens sechs dieser Wohnungen noch zusätzlich rollstuhlgerecht ausgestattet werden. 

Kombination von Maßnahmen für niedrige Nebenkosten

Um die Nebenkosten zu reduzieren, wird Strom im PassivHausSozialPlus selbst produziert. Brauchwasser und Regenwasser werden wiederverwendet. Außerdem werden alle Wohnungen mit Energiesparleuchten in Küche, Bad, Fluren und Wohnräumen, mit Einbauküchen inklusive energieeffizienter Küchengeräte, mit stromlosen Trockenschränken und mit Prepaidstrom und Prepaidwasser – hier bekommen die Mieter den alltäglichen Grundverbrauch bezahlt und nur zusätzliche überdurchschnittliche Verbräuche müssen individuell bezahlt werden – in Verbindung mit Guthabenzählern ausgestattet.

Die Zielgröße einer Nebenkostenpauschale liegt bei 2 Euro pro Quadratmeter und Monat und damit um mehr als die Hälfte günstiger zu vergleichbaren bestehenden mietpreisgebundenen Wohnungen. Die Pauschale beinhaltet alle umlagefähigen Betriebskosten inklusive Wasser/Abwasser und Wärme sowie die nichtumlagefähigen Mieternebenkosten wie privater Haushaltsstrom, GEZ-Gebühren und Internetteilnahme mittels WLAN. Die Nebenkosten werden pauschal erhoben und müssen nicht mehr gesondert abgerechnet werden. Dies entlastet den Vermieter. 

"Auch dieses vorbildliche Projekt macht deutlich, dass eine moderne Wohnungsbau- und Stadtentwicklungspolitik zusammen gedacht, nachhaltig geplant und umgesetzt werden muss. Denn eine Verminderung der Energiekosten sorgt nicht nur für finanzielle Entlastung der Mieterinnen und Mieter, sondern trägt auch einen erheblichen Anteil zum Klimaschutz bei", sagte Priska Hinz, die hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Schlagworte zum Thema:  Energieeffizienz

Aktuell
Meistgelesen