10.08.2016 | Energieeffizienz

Modellversuch: Passivhäuser brauchen mehr Allgemeinstrom

Rechts im Bild das Passivhaus, links das baugleiche Wohnhaus im EnEV-2009-Standard
Bild: GWW

Die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH (GWW) hat in ihrem sogenannten Quartier F baugleiche Wohnhäuser in unterschiedlichen Energiestandards errichtet und wertet kontinuierlich die Energieverbräuche der Gebäude aus. Ein Ergebnis: Passivhäuser benötigen zwar weniger Heizenergie, aber mehr Allgemeinstrom als baugleiche Häuser im EnEV-2009-Standard.

Die GWW hat inzwischen den zweiten Monitoring-Bericht mit Ergebnissen aus dem Modellversuch erstellt. Der jährliche Heizenergiebedarf von einem Mehrfamilienwohnhaus, das nach der EnEV 2009 errichtet worden ist, lag demnach 2015 im Schnitt bei rund 33,52 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Das baugleiche Pendant im Passivhaus-Standard kam dagegen auf einen durchschnittlichen Heizenergieverbrauch von nur 23,75 Kilowattstunden pro Quadratmeter.

Aus dem zweiten Monitoring-Bericht geht allerdings auch hervor, dass die Passivhäuser 2015 bei Stromverbrauch im Vergleich zum Vorjahr zugelegt haben, während die EnEV-Häuser ihren Verbrauch leicht reduzieren konnten. Bereits 2015 lieferten die Ergebnisse des ersten Monitorings eine Grundlage für Diskussionen, weil die baugleichen Häuser in den unterschiedlichen Energiestandards signifikante Unterschiede beim Stromverbrauch aufwiesen. "Diese Differenz hat sich noch einmal vergrößert", sagte GWW-Geschäftsführer Hermann Kremer. "Während die EnEV-Häuser auf einen Verbrauch von knapp 5.000 Kilowattstunden im Jahr kommen, verbrauchten die Passivhäuser im gleichen Zeitraum fast 18.900 Kilowattstunden Strom." Durch diese eklatante Differenz werde der Vorteil der Passivhäuser beim Heizenergieverbrauch nahezu nivelliert.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft

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