| Modernisierung

Ehemalige Eisenbahner-Wohnhäuser als Wohnstätte

In einem historischen Gebäude wurde Barrierefreiheit geschaffen
Bild: Herbert Wannhoff/Geberit Vertriebs GmbH

Im nordrhein-westfälischen Witten wurden denkmalgeschützte ehemalige Eisenbahner-Wohnhäuser aus dem 19. Jahrhundert einer neuen Bestimmung als Wohnstätte für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen ausgebaut.

Die Häuser sollten ihrer Bedeutung als historisches Zeugnis für das Leben der Arbeiter am Ende des 19. Jahrhunderts gemäß erhalten bleiben. Zugleich wollte die Besitzerin, die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte eG, guten und sicheren Wohnraum für die künftigen Bewohner zur Verfügung stellen. In Wohneinheiten mit einer Fläche von 38 bis 47 Quadratmeter sollten sie wieder an ein selbstbestimmtes Leben herangeführt werden.

Eine Herausforderung lag im Ausbau barrierefreier Bäder. Für die Vorwandtechnik setzte die beauftragte Sanitärfirma Installationswände in industrieller Vorfertigung ein. So konnte ein großer Teil der Installationsarbeiten ausgelagert und ein schneller Arbeitsfortschritt auf der Baustelle erzielt werden. Vor Ort mussten die mit Ver- und Entsorgungsleitungen ausgestatteten Installationseinheiten nur noch untereinander und mit dem Mauerwerk verbunden sowie an die Fall- und Steigleitungen angeschlossen werden. Zur Erfüllung der hygienischen und schallschutztechnischen Anforderungen kamen ein Trinkwassersystem sowie ein schallgedämmte Entwässerungssystem zum Einsatz. Montageplatten für Stützklappgriffe an Waschtisch und WC sowie für den Duschsitz wurden ebenfalls bereits bei der Vorfertigung eingebaut, um eine statisch sichere Montage am Einsatzort zu gewährleisten. Die Duschen wurden hindernisfrei bodeneben mit einem Wandablauf ausgeführt.

Damit sind alle Installationsleitungen im Vorwandsystem untergebracht, und der Boden unter der Dusche konnte unterbrechungsfrei ausgeführt werden. An den Waschtischen kam ein Unterputz-Siphon zum Einsatz, um eine uneingeschränkte Unterfahrbarkeit mit dem Rollstuhl möglich zu machen. An den wenigen Stellen, wo wegen des Denkmalschutzes die DIN-Vorgaben für barrierefreies Bauen nicht uneingeschränkt einzuhalten waren, wurden die künftigen Nutzer einbezogen, um alltagstaugliche Alternativlösungen zu entwickeln.

Weitere Informationen: www.witten-mitte.de

Schlagworte zum Thema:  Barrierefreiheit, Sanierung

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