Mit dem neuen Programm wollen die Ministerien den Zusammenhalt und das Miteinander in Quartieren verbessern (Symbolfoto) Bild: Corbis

Seit 2017 fördern das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam Maßnahmen zur Stärkung von Jugendlichen in sozial benachteiligten Quartieren. Nun bauen sie mit dem Modellprogramm "Jugendmigrationsdienste im Quartier" ihr Engagement aus. Ab sofort soll jedes Bundesland mit einem Modellprojekt unterstützt werden.

Auf diese Weise soll das gemeinsame Miteinander von Jugendmigrationsdienst und Nachbarschaft gestärkt und das Wohnumfeld junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund verbessert werden. In den Jugendmigrationsdiensten, die bisher vornehmlich individuelle Begleitung für junge Menschen mit Migrationshintergrund anbieten, ist geplant, zukünftig auch gemeinschaftliche Aktivitäten im Wohnumfeld der Jugendlichen unter Einbeziehung der Nachbarschaft zu erproben.

Programm kommt in strukturschwachen Vierteln zum Einsatz

Nach Angaben der Ministerien wird das Vorhaben in sozial benachteiligten und strukturschwachen Stadt- und Ortsteilen umgesetzt und dient dem Ziel, das Miteinander in den Ortteilen zu verbessern und die gegenseitige Akzeptanz der unterschiedlichen Menschen in den Wohnvierteln zu erhöhen. Es sollen lebendige Nachbarschaften befördert und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden.

Das Angebot ist vielfältig und reicht von kreativen Workshops für Jung und Alt bis hin zu gemeinsamen Exkursionen zwischen der einheimischen und der zugewanderten Bevölkerung. Vorhandene Angebote und Akteure im Quartier sollen in die Planung und Durchführung der Vorhaben so weit wie möglich einbezogen werden.

"Mit der Öffnung der Jugendmigrationsdienste für das Wohnumfeld erhoffen wir uns positive Impulse für den Zusammenhalt in strukturschwachen Wohnquartieren, da die Angebote nicht nur den jungen Menschen, sondern dem sozialen Umfeld als Lebensraum zu Gute kommen", betont Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesbauministerium ergänzt: "Deutschlandweit können junge Menschen von den gemeinsamen Projekten profitieren. Die Mittel werden gezielt in sozialen Brennpunkten und benachteiligten Stadtgebieten einsetzt."

Das Modellprogramm "Jugendmigrationsdienste im Quartier" wird an folgenden Standorten umgesetzt: Stuttgart, Berlin, Potsdam, Hamburg, Frankfurt, Neubrandenburg, Peine/Salzgitter, Wuppertal, Trier, Völklingen und Wernigerode, Bremen, Ingolstadt, Dresden, Flensburg und Gotha.

Ressortübergreifende Zusammenarbeit

Für das Programm stellen die beiden Ressorts in den nächsten Jahren knapp 7 Millionen Euro zur Verfügung. 2018 werden die 16 Modellvorhaben umgesetzt. Das Förderprogramm ist ein weiterer Baustein der ressortübergreifenden Zusammenarbeit für benachteiligte Quartiere. Nach eigenen Angaben stellt der Bund seit 2017 jährlich insgesamt 10 Millionen Euro für die modellhafte Förderung ressortübergreifender Maßnahmen zur Verfügung, die in sozial benachteiligten Quartieren einen Beitrag für mehr Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten. Die Maßnahmen ergänzen die baulich-investiven Maßnahmen des Städtebauförderungsprogramms Soziale Stadt.

Schlagworte zum Thema:  Quartier, Quartiersentwicklung, Förderprogramm, Jugendhilfe

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