09.12.2015 | Top-Thema Megatrend in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft: Ökologie und Energie

Wohnungsunternehmen als Energiemanager

Kapitel
Ein dezentrales Stromnetz ist der nächste große Schritt auf dem Weg zum nachhaltigen Energiemanagement.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Vieles in der Diskussion um die Energiewende ist derzeit noch in der Konzeptionsphase: die intelligenten Netze ebenso wie die dezentrale Versorgung. Für energiebewusste Wohnungsunternehmen gibt es jedoch schon heute praktikable Konzepte, mit denen Geld und Energie eingespart werden können.

Der Durchbruch im Energiemanagement wird erst dann erfolgen, wenn die Stromversorgung tatsächlich dezentral wird. Das Fernziel ist es, dass Solaranlagen, Geothermie, Windkrafträder und kleine Blockheizkraftwerke in Häusern den Strom vor Ort erzeugen. Wohnungsgesellschaften werden sich tendenziell regional oder sogar selbst versorgen. Mit dem richtigen Energiemanagement kann der Strom dann zwischen verschiedenen Häusern verteilt werden - je nachdem, wo er gerade gebraucht wird. Ein großflächiges Netz wird nur noch dann benötigt, wenn die eigene Versorgung ausfällt oder Überschüsse produziert werden.

Wohnungsunternehmen als Energiemanager

Eine weitere Voraussetzung ist die Fortentwicklung der geeigneten Speichertechnologien: In den Immobilien werden künftig Batterien oder neuartige Eisspeicher die tagsüber erzeugte Energie zwischenspeichern und nachts zur Verfügung stellen. Die Wohnungsunternehmen werden damit immer mehr zum Energiemanager und Energiehändler. Auch dafür müssen die IT-Systeme künftig gerüstet sein und die entsprechenden Schnittstellen zu den Serviceanbietern und Energiekonzernen vorhalten.

Abrechnungskosten senken

Ein ganzheitliches Energiemanagement bedeutet gesteigerte Komplexität. Darum ist naheliegend, dass Kooperationen zwischen Unternehmen an Bedeutung gewinnen werden. Gleichzeitig müssen die IT-Systeme dieser wachsenden Komplexität gerecht werden. Dafür nutzen Wohnungsgesellschaften IT-Systeme mit serviceorientierter Heizkostenabrechnung (SOHA), um Betriebs- und Heizkostenabrechnungen zu erstellen. Nach den Ablesungen holen sich die jeweiligen Messdienstleister Informationen wie Mieterstammdaten, Heizfläche oder Kosten der Versorger direkt aus dem ERP-System. Die Ergebnisse der Ablesung spielt der Messdienstleister wieder in das ERP-System zurück. Dort verbindet die Wohnungsgesellschaft die verbrauchsabhängigen Daten mit den eigenen Betriebskosten. Die Abrechnungen werden so ohne weiteren Aufwand verschickt.

Aus alt mach neu: RC-Beton

Bei Neubau und Renovierungen geht der Trend hin zu ökologischen Stoffen. Aufstockungen in Holzständerbauweise setzen sich schon heute immer öfter durch. Die Verwendung von recyceltem Beton (RC-Beton) spart zum Beispiel wertvolle Ressourcen ein. Jährlich werden etwa 250 Millionen Tonnen Kies und 230 Millionen Tonnen Naturstein für die Herstellung von Beton abgebaut. Das bedeutet erhebliche Eingriffe in die Natur. Ein Teil des benötigten Materials kann durch RC-Beton ersetzt werden. Dabei wird alter Beton aus Abbruchmaßnahmen zerkleinert, aufbereitet und in der Produktion neuen Betons eingesetzt. Für die Unternehmen ist es allemal wirtschaftlich. Gerade in problematischen Wohnungsmärkten oder bei einem hohen Anteil älterer oder wirtschaftlich schwächerer Mieter spielen die Nebenkosten eine entscheidende Rolle. Zugleich verringern hohe Energiekosten das Budget der Mieter und damit das Potenzial für Mieterhöhungen.

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Schlagworte zum Thema:  Energiemanagement, ERP-Software, Sanierung, Smart Home, Nachhaltigkeit, Umwelt

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