09.12.2015 | Top-Thema Megatrend in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft: Ökologie und Energie

Natur und Technik: Umweltschutz durch Datenpflege

Kapitel
Mit detaillierten Datenauswertungen wird künftig der Umweltschutz gefördert werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Energiesparen ist mehr als Dämmung und Doppelverglasung. Intelligente Geräte und detaillierte Datenauswertungen werden zukünftig eine zentrale Rolle für ein besseres Energiemanagement spielen.

In den vergangenen Jahren haben die Wohnungsunternehmen durch energetische Sanierungen schon einiges zur Senkung des Energieverbrauchs beigetragen. So ist allein der Energieverbrauch der GdW-Unternehmen in den letzten zwei Jahren um rund 3,5 Prozent gesunken. Doch die Anstrengungen müssen noch weiter gehen. Die Politik wird immer höhere ökologische Forderungen stellen, Mieter werden niedrigere Energiekosten wollen.

Energiemanagement: Kluge Dinge, smarte Netze

Künftig steuern intelligente und vernetzte Gebäude, Haushaltsgeräte und Maschinen den Energieverbrauch und machen ihn transparenter. So melden etwa Waschmaschine und Co ihren Energieverbrauch automatisch an die Versorgungsunternehmen. Im Gegenzug bekommen die Mieter und Eigentümer über die Stromrechnung eine detaillierte Rückmeldung darüber, welches die größten Stromverbraucher in ihrer Wohnung sind. Zudem kommunizieren die gleichfalls intelligenten Stromnetze mit der Haushalts- oder Gebäudetechnik. Tiefkühltruhen etwa fahren die Kühlung runter, wenn der Strom teuer ist, und senken die Temperatur stärker ab, wenn günstiger Strom im Netz ist. Auf dem Dach installierte Solaranlagen entscheiden selbstständig, ob der überschüssige Strom besser ins öffentliche Netz eingespeist, im Gebäude gespeichert oder zum Aufladen der Elektroautos in der Tiefgarage verwendet werden sollte.

Nachhaltigkeit braucht Anstrengung – oder Automatisierung

Bislang steht die Vernetzung mittels intelligenter Zählern („Smart Meter“) noch am Anfang der Entwicklung. Erst recht, wenn es darum geht, Haushaltsgeräte und andere Stromverbraucher einzubinden. Außerdem nutzen alle Anstrengungen ohnehin nichts, wenn die Mieter nicht mitspielen. Entsprechend stellt sich die Situation aber oftmals dar, denn bei vielen steht der Stromverbrauch eben nicht an erster Stelle. Das zentrale Problem dabei: Wärmedämmung und intelligente Stromnetze haben weniger Wirkung, wenn ein Fenster den ganzen Tag gekippt sind. Darum ist die Information und Aufklärung der Mieter so wichtig. Über ihre Smartphones können sie Hinweise bekommen, wie sie durch gezieltes Heizen und Lüften Geld sparen können – eine bekanntermaßen wirksame Motivation. Der nächste wirksamere Schritt ist, dass Heizung und Lüftung automatisch auf die Lebensgewohnheiten der Mieter reagieren. Sensoren an den Fenstern und in der Wohnung steuern die Temperatur und das optimale Lüftungsverhalten. Dafür sammeln die Systeme persönliche Daten, verarbeiten sie und steuern die entsprechend ausgestatteten Geräte.

Mit Energieprognosen Kosten und Verbrauch senken

Bald werden also noch mehr Daten aus allen angeschlossenen Zählern in das zentrale ERP-System einfließen. Analyseprogramme werden daraus künftig zuverlässige Energieprognosen erstellen: Aus den aktuellen und den zukünftigen Daten lässt sich ein permanentes Energiecontrolling der Verbräuche und Kosten für jedes Gebäude oder jede Wohn- und Gewerbeeinheit ableiten. Anhand von Verlaufskurven können Vermieter und Hausverwaltungen erkennen, wo wie viel verbraucht wird. Das dient nicht nur dem Kostenmanagement, sondern ist ein aktiver Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit und zu einem bewussten Umgang mit Ressourcen. Zudem versetzt es die Wohnungsgesellschaften in die Lage, ein aktives Energiemanagement zu betreiben.



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Schlagworte zum Thema:  Smart Home, Digitalisierung, Wohnungswirtschaft, Energie, Energiemanagement, Sanierung, Nachhaltigkeit, Umwelt

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