kwb entwickelt Mehrfamilienhaus aus Modulen in Idstein

Die Kommunale Wohnungsbau GmbH Rheingau-Taunus (kwb) entwickelt im hessischen Idstein das erste Wohnungsbauprojekt auf Grundlage der neuen Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen.

Die Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen hatte der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW im vergangenen Jahr mit dem Bundesbauministerium, der Deutschen Bauindustrie und der Bundesarchitektenkammer ins Leben gerufen.

Die Angebotspreise für die insgesamt neun ausgewählten Modellgebäude liegen zwischen 2.000 und 3.200 Euro pro Quadratmeter und damit unter den durchschnittlichen Herstellungskosten für Mehrfamilienhäuser. Die für die Offensive festgeschriebenen Preise gelten für fünf Jahre.

Folgenden neun Bietern / Bietergemeinschaften wurde der Zuschlag erteilt:

  • Lechner Immobilien Development GmbH, Frankfurt am Main
  • AH Aktiv-Haus GmbH, Stuttgart
  • Max Bögl Modul AG, Neumarkt
  • Goldbeck Ost GmbH & Goldbeck Nordost GmbH, Ludwigsfelde
  • Alho Systembau GmbH, Friesenhagen
  • Solidbox GmbH, Heek
  • Lukas Lang Building Technologies GmbH, Wien
  • Arge MBN Bau AG und Patriarche., Georgsmarienhütte
  • Hullak Rannow und Züblin AG, Neu-Ulm

Das Mehrfamilienhaus steht innerhalb von acht Wochen

Die kwb errichtet in Idstein im Zuge der Nachverdichtung zunächst neun Wohneinheiten in einem Wohnquartier, weitere zehn Wohneinheiten sind an anderer Stelle in Planung. Acht Wohnungen sind barrierefrei. Die Projekte sind Teil einer größer angelegten Wohnraumoffensive in der Region, bei der die kwb nach eigenen Angaben insgesamt knapp 200 neue Sozialwohnungen bauen will.

Die Bauzeit ist laut kwb extrem kurz: Das Mehrfamilienhaus steht demnach innerhalb von acht Wochen und soll nach vier Monaten bezugsfertig sein. Beim konventionellen Wohnungsbau kann die Fertigstellung bis zu drei Jahre dauern, davon ein bis zwei Jahre reine Bauzeit.

Modul-Produktionsstraße bei der Lechner Group
Modul-Produktionsstraße bei der Lechner Group

Stahlbeton-Raum-Module in "Lego-Bauweise"

Die Stahlbeton-Raum-Module stammen vom Bauunternehmer Lechner Group in Massivbauweise und werden mit hohem Vorfertigungsgrad per LKW und Kran auf der Baustelle angeliefert und quasi nach dem "Lego-Prinzip" aufeinander gestapelt und miteinander verbunden.

Fenster, Balkone, teilweise Bäder, Leitungen und Dämmung sind in den Modulen bereits eingebaut. Die Baukosten liegen der kwb zufolge bei rund 2.350 Euro pro Quadratmeter.

"Es entsteht zeitgemäßer Wohnraum, der sich in Optik und Nutzung nicht von Mehrfamilienhäusern herkömmlicher, ebenfalls massiver Bauweise unterscheidet. Wenn überhaupt ist er moderner und häufig sogar optisch ansprechender. Eben Haute Couture vom Band." GdW-Präsident Axel Gedaschko

GdW fordert bundesweit einheitliche Typenbaugenehmigung

Nun liege es an der Politik, die passenden Rahmenbedingungen für eine vereinfachte und schnellere bundesweite Realisierung der innovativen Wohnungsbaukonzepte zu schaffen.

"Das Motto muss lauten: Einmal genehmigt, vielfach gebaut – und das in unterschiedlicher, vielfältiger baulicher und optischer Ausgestaltung", so Gedaschko.


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Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Wohnungsbau