kwb stellt Mehrfamilienhaus aus Modulen in Idstein fertig

Die ersten neun Wohnungen in Modulbauweise sind fertig, weitere zehn sollen bald folgen: Die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft kwb hat in Idstein (Hessen) das erste Projekt auf Grundlage der Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen gebaut.

Die Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen hatte der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen im vergangenen Jahr mit dem Bundesbauministerium, der Deutschen Bauindustrie und der Bundesarchitektenkammer ins Leben gerufen.

"Die serielle und modulare Bauweise ist ein innovativer Beitrag zur Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum." Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft

Ein Mehrfamilienhaus innerhalb von acht Wochen

Die Bauzeit war, wie von der kwb (Mitglied im Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, vdw Südwest), vorausgesagt, extrem kurz: Das Mehrfamilienhaus stand innerhalb von acht Wochen und war nach etwa vier Monaten bezugsfertig. Beim konventionellen Wohnungsbau kann die Fertigstellung bis zu drei Jahre dauern, davon ein bis zwei Jahre reine Bauzeit.

Fertigsstellung kbw-Modulhaus in Idstein
Nach vier Monaten für den Bezug freigegeben (v.l.n.r.): Dr. Herbert Koch (erster Kreisbeigeordneter), Ditmar Joest (kwb), Axel Gedaschko (GdW), Tobias Lechner (Lechner Group), Dr. Axel Tausendpfund (VdW Südwest).

Die kwb ist das erste Unternehmen deutschlandweit, das ein Projekt auf Grundlage der GdW-Rahmenvereinbarung fertiggestellt hat. Insgesamt will die kwb nach eigenen Angaben knapp 200 neue Sozialwohnungen im Zuge einer breiter angelegten Wohnraumoffensibauen.

Wohnraumoffensive: Neun Modellgebäude in der Auswahl

Insgesamt wurden neun Modellgebäude ausgewählt:

  • Lechner Immobilien Development GmbH, Frankfurt am Main
  • AH Aktiv-Haus GmbH, Stuttgart
  • Max Bögl Modul AG, Neumarkt
  • Goldbeck Ost GmbH & Goldbeck Nordost GmbH, Ludwigsfelde
  • Alho Systembau GmbH, Friesenhagen
  • Solidbox GmbH, Heek
  • Lukas Lang Building Technologies GmbH, Wien
  • Arge MBN Bau AG und Patriarche., Georgsmarienhütte
  • Hullak Rannow und Züblin AG, Neu-Ulm

Planungssicherheit durch Festpreis

Ein großer Vorteil der Rahmenvereinbarung für die Unternehmen ist der Festpreis, der bei Bestellung zugesichert wird. Da sich das Bauprojekt auch bei unvorhergesehener Verzögerung nicht weiter verteuert, besteht Planungssicherheit. Die für die Offensive festgeschriebenen Preise von 2.000 und 3.200 Euro pro Quadratmeter gelten für fünf Jahre. 

"Für uns war die Kostensicherheit bei gleichzeitig sehr hoher Qualität des Bauwerks ein entscheidender Vorteil für das Projekt." Ditmar Joest, Geschäftsführer der kwb

Stahlbeton-Raum-Module in "Lego-Bauweise"

Die Stahlbeton-Raum-Module, mit der die kwb gebaut hat, stammen vom Bauunternehmer Lechner Group in Massivbauweise, wurden mit hohem Vorfertigungsgrad per LKW und Kran auf der Baustelle angeliefert und quasi nach dem "Lego-Prinzip" aufeinander gestapelt und miteinander verbunden.

Fenster, Balkone, teilweise Bäder, Leitungen und Dämmung waren in den Modulen bereits eingebaut. Die Baukosten lagen der kwb zufolge bei rund 2.350 Euro pro Quadratmeter.

Modulbauweise Serielles Bauen Idstein
Die Module werden quasi nach dem "Lego-Prinzip" aufeinander gestapelt und miteinander verbunden.

GdW fordert bundesweit einheitliche Typenbaugenehmigung

Der GdW fordert seit einiger Zeit schon bundesweit einheitliche Typengenehmigungen, damit Projekte wie das der kwb in Zukunft mit einer einzigen Genehmigung an vielen verschiedenen Standorten gebaut werden können. Nun liege es an der Politik, die passenden Rahmenbedingungen für eine vereinfachte und schnellere bundesweite Realisierung der innovativen Wohnungsbaukonzepte zu schaffen", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko.

"Durch eine Vereinfachung der Genehmigungsverfahren würde die Attraktivität dieser Bauweise weiter gestärkt, was sich in niedrigeren Baukosten niederschlagen würde." Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft

Der Wohnungsbedarf in Hessen ist seit Jahren hoch, gerade in den Ballungsgebieten und Universitätsstädten und vor allem im Rhein-Main-Gebiet. Laut einer Studie im Auftrag der hessischen Landesregierung werden bis zum Jahr 2040 knapp 500.000 zusätzliche Wohnungen benötigt, der überwiegende Teil davon in Südhessen.

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Wohnungsbau