25.11.2013 | Top-Thema Kommunikation und Marketing in der Wohnungswirtschaft

Kundenansprache als Schlüssel: Aus dem Häuschen mit der richtigen Strategie

Kapitel
Mietermagazine sind einer der klassischen Kanäle der Kundenkommunikation für Wohnungsunternehmen
Bild: Counterpart Group GmbH

Deutschland ist das Land der Mieter. Nirgendwo sonst in Europa ist die Eigentümerquote so gering wie in Deutschland – hier leben rund die Hälfte der Menschen zur Miete. Eine riesige Zielgruppe also. Ein Großteil davon sind Kunden von Wohnungsunternehmen. Diese strategisch zu binden und für die eigenen Projekte zu gewinnen ist unabdingbar, um Mietobjekte nachhaltig zu bewirtschaften. Ein wichtiger Schlüssel dazu ist eine zielgruppengerechte Unternehmenskommunikation.

Mieter möchten ein gutes Gefühl haben, wenn sie an ihr Zuhause denken. Und sie wollen, stärker als häufig von den Verantwortlichen vermutet, in die Planungen und Projekte ihres Vermieters, die ihr Heim betreffen, involviert werden. Für Vermieter – vom Privatvermieter, Verwalter bis hin zum professionellen Wohnungsunternehmen – heißt das: transparenter werden, nah am Kunden sein und Serviceleistungen ansprechend, übersichtlich und aktiv kommunizieren. Große Immobiliengesellschaften, wie die GAG Köln, lösen dies mit einer ganzheitlichen emotionalen und persönlichen Ansprache – von der klassischen Werbung bis hin zum Mietermagazin, das jeder Bewohner in seinen Briefkasten erhält. Hier findet sich jeder GAG-Mieter mit seinem Objekt im jeweiligen Stadtteil wieder. Denn nicht nur in Köln wird die so genannte „Veedel-Philosophie” großgeschrieben. Das Interesse an Neuigkeiten aus dem häuslichen Umfeld ist groß! Vom Hausmeisterservice über die Berichterstattung zu Mieterfesten, Qualitätsansprüche des Unternehmens beim Denkmalschutz oder spezielle Projekte wie das Generationenhaus – Wohnungsunternehmen sollten über ihre Aktivitäten sprechen, und zwar ganzheitlich.


Über die richtigen Medien mit dem Mieter im Dialog
Dabei geht es vorwiegend darum, einen Dialog mit den Bewohnern zu starten und aktiv über die Themen zu informieren, die das Objekt betreffen und sich vor der Haustür der Mieter abspielen. Wohnungsunternehmen müssen diese Inhalte identifizieren und die Hintergründe zielgruppengercht erklären. Das fängt bei Themen wie der Sanierung des Spielplatzes an und endet bei Neuigkeiten wie der Erhöhung der Nebenkosten. Wichtige Kontaktpunkte für diese Kommunikation sind heute eine inhaltlich starke, serviceorientierte Website und etwa ein Mietermagazin, das echten Mehrwert bietet. Auch professionell gestaltete Infoflyer und Broschüren können mehr zu einer Identifikation mit dem Mietobjekt beitragen als ein Handzettel im Briefkasten.
Die Wohnung ist der Mittelpunkt des privaten Lebens. Dies gilt es mit emotionaler und authentischer Kommunikation klarzumachen und das Wir-Gefühl der Mieter zu fördern. Auf diese Weise werden Nähe und Verständnis erzeugt, was letztendlich zu dem positiven Image beiträgt, das sich Immobilienbetreiber wünschen. Nicht zuletzt ist es wichtig, zu prüfen, inwieweit diese Objekt- und Unternehmenskommunikation mit weiteren Onlinemaßnahmen und einem Auftritt in den sozialen Netzwerken verzahnt werden kann, um einen ganzheitlichen Auftritt perfekt zu machen. Professionelle Immobilienkommunikation ist daher mehr als reine Werbung – hier geht es um individuelle und emotionale Kommunikationsstrategien (siehe hierzu auch DW 8/2013, S. 48)!
Bei aller Strategie und Medienauswahl muss jedoch klar sein: Die Voraussetzung, dass die Bindung der Mieter funktioniert, ist die Beschaffenheit des Objektes und des Services. Zu beanstandende Mängel lassen sich nicht „wegkommunizieren“, ebenso wenig ein nichtkundenorientiertes Auftreten der Mitarbeiter. Hier hilft, wie bisher, nur der Handwerker bzw. eine Schulungsmaßnahme.

Neue Präsentationtechniken: Imageförderung im B2B-Bereich
Doch nicht nur in der Kundenkommunikation geht es darum, Emotionen zu wecken. Auch im Dialog mit Geschäftspartnern ist ein guter Eindruck entscheidend. Die eigene Unternehmenspräsentation spielt dabei eine wichtige Rolle, denn hier geht es neben den Inhalten um die Form. Dabei ist ein zeitgemäßer Internetauftritt selbstverständlich. Im B2B-Bereich zählt darüber hinaus auch eine innovative, ansprechende Präsentationstechnik, um das eigene Unternehmen und dessen Kompetenzen vorzustellen und so Sympathiewerte zu erzielen.
Die Firma Hochtief hat das z. B. erkannt und ist einen neuen Weg gegangen: Für eines ihrer Prestigeobjekte, das maxCologne, haben die Verantwortlichen gemeinsam mit ihrer Kreativ-Agentur eine Immobilienpräsentation in Form eines iBooks entwickelt. Die auf Tablet-PC angepasste Objektpräsentation dient Hochtief nicht nur dazu, die Immobilie ansprechend zu präsentieren, sondern sich gleichzeitig von den Wettbewerbern abzugrenzen. Themen wie Kompetenz, Leistung und Innovation lassen sich mit dieser Technik emotional sowie am Puls der Zeit kommunizieren.
Präsentationen für mobile Endgeräte sind ein attraktives Beispiel, von dem viele Wohnungsunternehmen sicherlich lernen können – auch wenn sie keine Millionenobjekte im Luxussegment vermarkten.

Judith Dobner, Geschäftsführung Counterpart Group Köln

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Kommunikation, Marketing

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