| Mietpreisvergleich

Jena und Potsdam sind die teuersten Städte im Osten

Jena gehört bei den Mieten zu den teuersten Städten im Osten.
Bild: Jochen Sievert ⁄

Während die Mieten in Jena oder Dresden seit Jahren steigen, stagnieren sie in etlichen anderen ostdeutschen Städten wie Chemnitz und Halle. Das ergibt der Mietpreisvergleich ostdeutscher Großstädte des Immobilienportals immowelt.de, der die Entwicklung der Mietpreise in den ostdeutschen Großstädten zwischen 2008 und 2013 beleuchtet.

Am teuersten wohnen Mieter derzeit in Jena (8,60 Euro je Quadratmeter) und Potsdam (8,50 Euro). Beide Städte haben sich in den letzten Jahren als moderne Bildungs-, Technologie- und Wissenschaftsstandorte etabliert, ihre wissensintensiven Wirtschaftsbranchen ziehen hochqualifizierte Arbeitskräfte an. Die Mietpreise sind in Jena seit 2008 um 18 Prozent, in Potsdam um 13 Prozent gestiegen. Die Inflationsrate im selben Zeitraum lag bei zehn Prozent.

Berlin: 25 Prozent Mietsteigerung seit 2008

Wo die Wohnungspreise in Ostdeutschland steigen, spielen neben einer günstigen Wirtschaftsentwicklung oft noch andere Faktoren eine Rolle. Es sind regionale Zentren wie Dresden (6,90 Euro, plus 19 Prozent) und Erfurt (6,80 Euro, plus 13 Prozent), meist mit einer Universität oder anderen Forschungseinrichtungen, die in strukturschwacher Umgebung Menschen und Unternehmen anziehen. Das verfügbare Haushaltseinkommen pro Kopf ist hier deutlich höher als in den anderen Großstädten des Ostens. Eine Sonderrolle spielt Berlin (8,50 Euro, plus 25 Prozent). Der Wohnungsmarkt der Hauptstadt verfügt über eine besondere Dynamik, die sich nicht allein durch niedrige Ausgangsmieten erklären lässt. Auch wenn die Arbeitsmarktsituation in der Stadt schwierig bleibt, ist in Zukunft weiter mit einer hohen Zuwanderung und steigenden Mieten zu rechnen.

Wo die Mieten langsamer steigen als die Inflation

Im preislichen Mittelfeld bewegen sich Städte wie Leipzig (5,50 Euro, plus zehn 10 Prozent) und Magdeburg (5,20 Euro, plus sechs 6 Prozent). Trotz ihrer Attraktivität und Erfolgen am Arbeitsmarkt sind die Mieten dort seit dem Jahr 2008 nicht so stark gestiegen wie die Inflation (zehn Prozent). Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Der Leipziger Wohnungsmarkt etwa verfügt über so große Reserven an Wohnraum, dass bisher selbst die steigende Zahl der Zugewanderten keine wesentliche Mietsteigerung bewirken konnte. Deutlich hinter der Inflationsrate (zehn Prozent) zurück bleiben die Mietpreise seit 2008 in Zwickau (4,90 Euro, plus zwei Prozent), Chemnitz (4,80 Euro, minus zwei Prozent), Halle (5,70 Euro, minus drei Prozent) und Gera (4,70 Euro, keine Veränderung). In diesen Städten zahlen die Menschen heute unter dem Strich weniger als noch vor fünf Jahren.

Für den Mietpreisvergleich wurden die Mieten in den 15 ostdeutschen Großstädten untersucht. Datenbasis für die Berechnung der Durchschnittspreise waren insgesamt 160.000 auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Mietpreise sind Nettokaltmieten bei Neuvermietung. Verglichen wurden die Mietpreise des ersten Halbjahres 2008 und des ersten Halbjahres 2013.

Schlagworte zum Thema:  Neue Bundesländer, Wohnungsmarkt, Marktanalyse

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