01.03.2013 | Top-Thema Interviewserie: Strategische Personalentwicklung

Wohnbau Prenzlau GmbH: 80 Prozent nutzen jedes Jahr eine Weiterbildung

Kapitel
Bild: Wohnbau Prenzlau GmbH

Strategische Personalentwicklung in der Wohnungswirtschaft 80 % nutzen jedes Jahr eine Weiterbildung Interviewpartner: René Stüpmann, Geschäftsführer der Wohnbau Prenzlau GmbH

Herr Stüpmann, auf welchen Zeitraum ist die Personalbedarfsplanung in ihrem Unternehmen angelegt?
Alle strategischen Unternehmensplanungen sind bei uns auf die nächsten 20 Jahre ausgelegt. So auch die Personalplanung. Dabei orientieren wir uns unter anderem an der zu erwartenden Entwicklung der verwalteten Wohneinheiten. Gerade in der strukturschwachen Region Uckermark ist eine langfristige Planung unerlässlich, um frühzeitig auf die zu erwartenden Veränderungen vorbereitet zu sein.


Über welche Ressourcen (Print-Anzeigen, ­Internetportale, Personalberater) rekrutieren Sie Mitarbeiter?
Die Stellenausschreibungen erfolgen individuell nach der zu besetzenden Stelle, beispielsweise über Anzeigenschaltung in der Lokalzeitung. Für Ausbildungsplätze wird überwiegend auf Berufsmessen und im Internet geworben, aber auch über das Firmenprofil beim sozialen Netzwerk Facebook. Für die Kampagne wird auch auf die Vorlagen des GdW zurückgegriffen.
Darüber hinaus informieren wir über Ausbildungsmöglichkeiten natürlich auch im Rahmen von besonderen Aktionstagen wie beispielsweise dem Tag des offenen Unternehmens sowie bei diversen Veranstaltungen, Job- und Ausbildungsbörsen, an denen wir uns beteiligen.


Wie hoch ist die Ausbildungsquote?
In jedem Jahr wird ein Immobilienkaufmann bzw. eine Immobilienkauffrau ausgebildet. Die letzten sieben Auszubildenden wurden von uns übernommen. Aktuell sind damit 30 % der Beschäftigten unseres Unternehmens auch bei uns ausgebildet worden.


Gibt es Anreize zur Mitarbeiterbindung? Welche sind das?
Wir arbeiten mit einem gültigen Tarifvertrag, unsere Mitarbeiter haben flexible Arbeitszeiten und in umfangreichem Maße die Möglichkeit, sich weiterzubilden und schulen zu lassen. Diesen Wunsch nach persönlicher Weiterentwicklung erwarten wir aber auch von unseren Mitarbeitern. Unser Unternehmen ist familienfreundlich, hält für die Mitarbeiter Freizeitangebote wie den Drachenbootsport bereit und bietet Massagen, um etwas für die Gesundheit zu tun.


Was zeichnet eine gute Personalplanung aus?
Eine gute Personalplanung ist langfristig angelegt und sie berücksichtigt die Persönlichkeiten der Mitarbeiter. Deren fachliche wie auch persönliche Entwicklung sind maßgeblich für das Unternehmen.


Werden die Potenziale der Mitarbeiter systematisch analysiert? Nach welchem Ansatz?
Unser Ziel ist es, jeden Mitarbeiter seinen Potenzialen entsprechend einzusetzen, denn nur so bringt jeder Einzelne beste Leistungen, ist motiviert und zufrieden mit seiner Arbeit. Wir haben, um dies noch besser einschätzen zu können, ein Mitarbeiterbewertungssystem eingeführt.


Gibt es ein definiertes Budget für Mitarbeiterqualifizierungsprogramme?
Die Jahresplanung umfasst ein Budget für die fachliche und soziale Weiterbildung der Mitarbeiter. Es werden sowohl unternehmensinterne Schulungen als auch externe Schulungen angeboten.


Welche Maßnahmen sind Bestandteil der Personalentwicklungsprogramme (z. B. Förderung der Aus- und Weiterbildung)?
Dazu gehören bei der Wohnbau Prenzlau externe wie auch interne Schulungen. In starkem Maße nutzen wir dafür die BBA, die Akademie der Immobilienwirtschaft. Darüber hinaus fördern wir die Mitarbeiter fachlich und persönlich im Rahmen der Projektarbeit.


Werden diese Programme von den Mitarbeitern angenommen?
Die Angebote werden sehr gut von den Mitarbeitern angenommen. Über 80 % von ihnen besuchen mindestens eine Weiterbildung im Jahr.


In welchen Intervallen werden die Personalentwicklungspläne überprüft und angepasst?
Die Überprüfung erfolgt aufgrund der Unternehmensgröße mindestens einmal jährlich.


Gibt es Maßnahmen, ältere Mitarbeiter gezielt zu fördern?
Wir nehmen keine Differenzierung nach dem Alter vor. Die Förderung erfolgt bei uns nach Bedarf.


Gibt es bestimmte Arbeits- und Zeitmodelle zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf?
Ja, alle Mitarbeiter können in Gleitzeit arbeiten und sich im Rahmen der Unternehmensvorgaben ihre Arbeitszeit selbst einteilen.


Welche Möglichkeiten offeriert Ihr Unternehmen, einen Beitrag zur Work-Life-Balance der Mitarbeiter zu leisten? Z. B. Zuschüsse zu Fitness-Kursen, Gesundheitschecks, Ernährungsberatung.
Das Unternehmen unterstützt beispielsweise eine Drachenbootmannschaft, die aus Mitarbeitern besteht. In regelmäßigen Abständen werden direkt im Unternehmen Büromassagen angeboten, die auch gern genutzt werden.


In welchen Intervallen werden Mitarbeiterbefragungen durchgeführt?
Einmal jährlich. In einem kleinen Unternehmen wie unserem ist der Kontakt zu jedem Mitarbeiter natürlich sehr eng. Probleme können also kurzfristig besprochen und geklärt werden.


Gibt es Tätigkeitsbereiche bzw. Aufgabenfelder in der Wohnungswirtschaft, für die es zukünftig schwieriger wird, Personal zu rekrutieren?
Da nehmen wir keine Einschränkungen vor. Unsere Unternehmensstrategie sieht jedoch vorrangig die Eigenentwicklung des Personals vor. Was wir erwarten, ist eine gewisse Flexibilität der Mitarbeiter und die Bereitschaft sowie die Neugier, sich evtl. auch in neue Aufgabenbereiche einzuarbeiten.


Herr Stüpmann, vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Alexandra May, freie Immobilienjournalistin, Wiesbaden.

Weitere Informationen zum Thema Personalentwicklung im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Personalentwicklung

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