01.03.2013 | Top-Thema Interviewserie: Strategische Personalentwicklung

Volkswagen Immobilien: Vergleichende Durchsprachen

Kapitel
Ulrike Anskinewitsch, VWI-Personalleiterin
Bild: VW

Volkswagen Immobilien (VWI) tätigt seit über 60 Jahren unter dem Dach des Volkswagen-Konzerns Immobiliengeschäfte für den gesamten Markt. Das breite Leistungsspektrum deckt die Bereiche Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien und Immobiliendienstleistungen ab. Wie die Personalentwicklung und Personalplanung aufgestellt ist, beantwortet uns VWI-Personalleiterin Ulrike Anskinewitsch.

Auf welchen Zeitraum ist Ihre Personalbedarfsplanung angelegt?
Wir unterscheiden in kurzfristige Planung (1 Jahr), mittelfristige Planung (1-3 Jahre) und längerfristige Planung (größer 3 Jahre).


Über welche Ressourcen (Print, Internet, ­Personalberater) rekrutieren Sie Mitarbeiter?
Je nachdem, was für eine Funktion zu besetzen ist, wird über den Weg entschieden. In der Regel schreiben wir Stellen intern (Intranet) und extern (Internet, Printmedien, ggf. weitere Jobbörsen) aus. Personalberater werden in Einzelfällen zur Besetzung von Führungspositionen genutzt.


Wie hoch ist die Ausbildungsquote?
Bei insgesamt ca. 300 Mitarbeitern bilden wir pro Jahr 2-4 Auszubildende aus (Immobilienkauffrau/-mann, Hotelkauffrau/-mann, Bauzeichner). Diese erhalten eine leistungsorientierte Übernahmegarantie.


Gibt es Anreize zur Mitarbeiterbindung? Welche sind das?
Ja, es gibt diverse Anreize. Gezielte Personalentwicklungsprogramme sowie arbeitnehmerfreundliche Rahmenbedingungen, wie z. B. gleitende Arbeitszeit sowie vielfältige, variable Teilzeit-Optionen, um Beruf und Familie zu vereinbaren, sind nur einige Beispiele dafür.


Was zeichnet eine gute Personalplanung aus?
Vorausschauend und bedarfsorientiert zu handeln, mit der Möglichkeit, auf kurzfristige Entwicklungen flexibel reagieren zu können.


Werden die Potenziale der Mitarbeiter systematisch analysiert? Nach welchem Ansatz?
Es gibt einen definierten Basisprozess für Personalentwicklung bei VWI. Im Rahmen dieses Prozesses werden die Potenziale zunächst mit jedem Mitarbeiter (Lohn bis Top-Management) im Rahmen von jährlichen Mitarbeitergesprächen analysiert und besprochen. Daran anschließend werden diese Potenziale in vergleichenden Durchsprachen mit allen Führungskräften im Rahmen des Mehraugenprinzips bewertet und mögliche Zielfunktionen sowie die entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen festgelegt.


Welche Maßnahmen sind Bestandteil der Personalentwicklungsprogramme?
Wir unterscheiden bei den Personalentwicklungsmaßnahmen zwischen drei Formen:
• On the job: z. B. Sonderaufgaben, Projekte, Jobrotation
• Near the job: z. B. Erfahrungsaustausch, Individuelles oder Gruppen-Coaching, 360°-Feedback
• Off the job: z. B. Seminare, Foren, Workshops


In welchen Intervallen werden die Personalentwicklungspläne überprüft und angepasst?
Jährlich im Rahmen der Mitarbeitergespräche ­sowie den anschließenden vergleichenden Durchsprachen.


Gibt es Maßnahmen, ältere Mitarbeiter gezielt zu fördern?
Die Qualifizierungsmaßnahmen sind altersunabhängig, da diese im Rahmen der Mitarbeitergespräche und in Abhängigkeit der angestrebten Funktion und in den vergleichenden Durchsprachen bestätigt werden.


Gibt es bestimmte Arbeits- und Zeitmodelle zur Vereinbarkeit von Familien und Beruf?
Ja, diverse: z. B Arbeiten in Elternzeit oder flexible Arbeitszeitmodelle im Anschluss an die Elternzeit - in Einzelfällen auch Heimarbeitsplätze. Darüber hinaus bieten wir in den Ferien auch Kinderbetreuung an, die es den Eltern ermöglicht, auch während der Schulferienzeit zu arbeiten.


Welche Möglichkeiten offeriert Ihr Unternehmen, einen Beitrag zur Work-Life-Balance der Mitarbeiter zu leisten?
Es gibt den sog. Gesundheitskalender, der quartalsweise verschiedene Gesundheitsthemen im Fokus hat (z. B. Vorsorge, Stress oder Bewegung). Im Rahmen dieses Kalenders haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, unterschiedliche Angebote in Anspruch zu nehmen, wie z. B. den kostenlosen Gesundheits-Check-Up sowie vergünstigte Sport- oder ebenfalls kostenlose Beratungsangebote.


In welchen Intervallen werden Mitarbeiterbefragungen durchgeführt?
Einmal jährlich im Rahmen des sog. Stimmungsbarometers.


Für welche Tätigkeitsbereiche/Aufgabenfelder in der Wohnungswirtschaft wird es zukünftig schwieriger, Personal zu rekrutieren?
Grundsätzlich wird es immer schwieriger, sog. „Allrounder“ zu finden, die in der Lage sind, sowohl den Anforderungen des heimischen Marktes gerecht zu werden als auch kurzfristig internationale Aufgaben zu übernehmen mit den damit verbundenen Auslandsaufenthalten (räumlich und zeitliche Flexibilität).

Das Interview führte Alexandra May, freie Immobilienjournalistin, Wiesbaden

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