Interview: Mehr Wohnungsbau für die deutschen Wachstumsregionen

Kruno Crepulja, CEO von Wohnentwickler Instone Real Estate, spricht im Interview über das weitere Unternehmenswachstum und über Lösungen zur Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum in Deutschland.

Herr Crepulja, sind Sie mit der Entwicklung von Instone seit dem Börsengang des Unternehmens zufrieden?

Crepulja: Instone hat sich ausgezeichnet entwickelt und wir setzen unseren angestrebten Wachstumskurs konsequent fort. Aktuell können wir als einer der führenden deutschen Wohnentwickler auf ein Portfolio von 47 Entwicklungsprojekten mit einem erwarteten Gesamtverkaufsvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro blicken. In Wohnungen ausgedrückt sind das rund 12.000 Einheiten in den am stärksten wachsenden Städten und Metropolregionen Deutschlands. Kürzlich durften wir die Prognose für 2019 anheben und erwarten nun für das aktuelle Wirtschaftsjahr bereinigte Umsatzerlöse zwischen 700 und 750 Mio. Euro. Erfreulich war auch die Aufnahme in den SDAX, mit dem wir nun der einzige Wohnentwickler in einem der DAX-Auswahlindizes sind.

Welche Vorschläge bringen Sie in die bundesweite Diskussion über mehr bezahlbaren Wohnraum ein?

Erst einmal tragen wir im Zuge unserer großvolumigen Quartiersentwicklungen gerne dazu bei, dass sowohl bezahlbare Wohnungen als auch die nötige soziale Infrastruktur wie Kindergärten oder Schulen entstehen. In unserer Entwicklungspipeline befinden sich aktuell etwa 1.800 sozialpreisgebundene Wohnungen. Wir halten es für wichtig, durchmischte Quartiere zu schaffen, die für verschiedene Bevölkerungsgruppen attraktiv sind. Dies betrifft nicht nur unterschiedliche Einkommensgruppen, sondern auch verschiedene Generationen, wie etwa in unserem Projekt ‚Schumanns Höhe‘ in Bonn, wo wir die Themen Mehrgenerationen- und Pflegewohnen integriert haben.

Günstiger bauen: Prototypen mit seriellem Bauen kombinieren

Wie man insgesamt günstiger bauen kann, liegt an einer Bündelung vielfältiger Elemente. Eines ist die Abkehr vom Prototypenbau. Unsere Branche baut derzeit fast ausschließlich Prototypen – Unikate, die nie in Serie kommen. Das liegt an den unterschiedlichen Landesbauordnungen, den verschiedenen städtischen Satzungen, Stellplatzverordnungen und so weiter. Jeder, der in der Industrie tätig ist, weiß, dass der Prototypenbau immer einer individuellen Planung bedarf und viele Kapazitäten verbraucht. Hier gilt es beim kostengünstigen Wohnungsbau anzusetzen. Synchronisiertes und skaliertes Bauen sind das Ziel. Damit ist aber nicht die Platte 2.0 gemeint. Ich bin davon überzeugt, dass man durch schnellere Prozesse Kosteneinsparungen generieren kann, die sich dann gezielt in die Qualität der Objekte reinvestieren lassen. Es ist also kein Konflikt, Unikate, die wir immer bauen werden, mit seriellem Bauen zu kombinieren.


Schumans Höhe Bonn
Die Schumanns Höhe in Bonn: Attraktiver Lebensraum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen

Wo werden wir in Zukunft neue Instone-Projekte sehen? 

Wir bleiben den Top-7-Städten mit Leipzig, den wichtigsten Ballungsräumen des Landes und den damit verbundenen mittelgroßen Wachstumsstädten treu und werden dafür die Skalierbarkeit unserer vollintegrierten Plattform nutzen. Kürzlich haben wir noch den letzten ‚blinden Fleck‘ auf unserer Landkarte beseitigt und durch Erwerb der in der S&P Stadtbau gebündelten Aktivitäten im Bereich Wohnimmobilienentwicklung auch die Wachstumsregion Nordbayern erschlossen.

Besuchen Sie uns auf der Expo Real 2019 in München vom 7. bis 9. Oktober am Stand B1.431.

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