17.02.2015 | Top-Thema Management von Instandhaltungskosten

Es kommt Bewegung ins Thema

Kapitel
Steigende Anforderungen machen eine Professionalisierung erforderlich (Symbolfoto)
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Und was macht die Politik? Während auf energetischer Seite das regulatorische Konzept als fast zu eng einzustufen ist, gibt es von Seiten Berlins oder Brüssels keine Vorgaben beim Thema Instandhaltung.

Das überrascht angesichts der vielen noch offenen Regulierungsvorhaben, die in der Wohnungswirtschaft noch abzuarbeiten sind, nicht wirklich. Dass aber Experten angesichts der zunehmenden Kosten nun immer häufiger beim Stichwort "Instandhaltung" alarmiert sind, ist umso auffälliger.
Nach langem Hin und Her und vielen Expertendiskussionen wie z. B. im Arbeitskreis "Geislinger Konvention", der immer wieder kritisch-mahnend den Finger hebt, scheint nun etwas Bewegung in das Thema "Instandhaltung" zu kommen. Man arbeitet im Expertenkreis, ähnlich wie beim Betriebskosten-Benchmarking, nun an einem Instandhaltungs-Benchmarking. Es soll und kann auch helfen, aus der Instandhaltung einen Wertehebel statt eines Investitionskillers zu machen. Das geht aber nur, wenn die dezentralen und mit vielen Schnittstellenproblematiken behafteten Problemkreise bei der Instandhaltung gelöst werden. Dahinter steht vor allem eine bessere Datenhaltung und -verwaltung sowie bessere, übergreifenden Prozessabläufe.

Klar muss sein: Für eine strategische und operative Steuerung der Instandhaltungskosten müssen  zum einen die erforderlichen Daten wie Ergebnisse von Bedarfs- und Kennzahlenanalysen sowie Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorliegen. Benchmarks wie bei den Bewirtschaftungskosten würden dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Es muss etwas getan werden

Zu früh ist das wahrlich nicht. Der lange Weg der Instandhaltungskostenoptimierung ist, wenn man es genau betrachtet, angesichts der Bedeutung der Kosten eigentlich ein Lehrstück in immobilientechnischer Ignoranz, Beratungsresistenz und mangelndem Konsens in der wohnungswirtschaftlichen Branche. Dazu kommt noch das Verständigungsproblem erschwerend hinzu - auf der einen Seite die Techniker, die mehr als einmal Zweifel anmelden, und fordern, man müsse mehr machen und der Gegenwind der Kaufleute, die sich um die Kosten sorgen.

Seien wir doch mal ehrlich: Wer kümmerte sich denn bisher in den großen Wohnungsbeständen wirklich strategisch und operativ um die Instandhaltung? Eigentlich sind es doch meistens die Hausmeister, oder neudeutsch der Facility Manager. Das wird zukünftig jedoch nicht mehr reichen. Steigende fachliche Anforderungen durch die zunehmende Technisierung der Gebäude, bauliche Vorgaben sowie rechtliche Anforderungen machen eine Professionalisierung unabdingbar.

Zunehmend wichtig für die Kreditvergabe

Auch die Finanzierungspartner der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft erkennen zunehmend die Bedeutung des richtigen Instandhaltungskostenmanagements für den Werterhalt eines beliehenen Objektes. Es ist daher zu erwarten, dass die Kreditvergabe zur langfristigen Finanzierung von Immobilien zukünftig immer häufiger an Bedingungen hinsichtlich der Instandhaltung während der Laufzeit des Kredits geknüpft werden wird. Das mutmaßen zumindest viele Immobilienbanker.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Facility Management, Modernisierung, Instandhaltung, Investition

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