17.02.2015 | Top-Thema Management von Instandhaltungskosten

Erfolgspotenziale nutzen

Kapitel
Instandhaltungskostenmanagement: Ein wichtiges Thema (Symbolfoto)
Bild: Michael Bamberger

Jeder Immobilienexperte weiß: Die Herausforderung bei der Entwicklung der Wohnungsbestände liegt in der Instandhaltung und Sanierung. Mit Sanierung kennt die Branche sich inzwischen aus. Doch bei der Instandhaltung scheiden sich immer noch die Geister.

Wie wichtig die Instandhaltung der Bestände ist, wird klar, wenn man die Kosten betrachtet. Die Investitionskosten zur Errichtung eines Gebäudes betragen lediglich rund 15 Prozent der Lebenszykluskosten. 85 Prozent der Kosten entstehen dagegen während der Bewirtschaftungszeit. Das heißt: Instandhaltungskosten sind immer einer der größten Kostenblöcke in den Budgets der Wohnungsunternehmen. Beim richtigen Umgang mit Instandhaltungskosten ist in Deutschland noch viel Luft nach oben. Häufig wird gerade dieses wichtige Thema sehr stiefmütterlich behandelt und wenig stringent umgesetzt. Das ist nicht gut, denn eine effiziente Handhabe der Kosten trägt nicht nur zur Kostenentlastung der Unternehmen bei, sondern ist zunehmend auch die  Voraussetzung für eine nachhaltige und dabei wirtschaftliche Erhaltung des Gebäudebestands und damit des Immobilienwertes.

Zu lange aufgeschobene Schönheitsreparaturen, kaputte Aufzüge, ungepflegte Grünanlagen oder beschmierte Eingänge bei großen Wohnungsbeständen sind nur einige Schlagworte, die sich zum Thema "Instandhaltung" regelmäßig in der Presse finden. Es mag durchaus sein, dass vieles davon medienwirksam verstärkt und einseitig dargestellt wird (siehe hierzu auch DW 12/2014, S. 70), doch an der Grundaussage gibt es wenig zu rütteln: Die Bedeutung der Instandhaltung und ihre Kosten werden in der Branche noch gnadenlos unterschätzt.

Das könnte sich bald rächen: Nach Recherchen des Maklerhauses Aengevelt ist die Mehrzahl der Wohngebäude in Deutschland 30 Jahre und älter. In Düsseldorf beispielsweise wurden über 80 Prozent des Wohnungsbestandes von gut 340.000 Einheiten vor 1977 errichtet. In anderen Städten sieht es ähnlich aus. Für viele dieser Objekte besteht daher zeitnaher Modernisierungs- oder Sanierungsbedarf. Nicht immer reichen dazu die Mittel. Als Begründung für den schlechten Zustand vieler Wohnungsbestände oder das Aufschieben der Instandhaltungsarbeiten müssen dann i. d. R. die hohen Kosten, die schlechten Mieter und die leeren Kassen herhalten. Schuld sind meist die anderen. Das müsste nicht sein.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Modernisierung, Instandhaltung, Investition

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