Der Wettbewerb um Bauland zieht an (Symbolfoto) Bild: Die Baugenossenschaft

Die hessische Wohnungsbauministerin Priska Hinz hat am 28.11.2017 in Wiesbaden einen neuen Leitfaden zur Vergabe von Grundstücken nach Konzeptqualität vorgestellt. Die Konzeptvergabe ist im Masterplan Wohnen verankert und soll dabei helfen, trotz des Wettbewerbs um knappe Grundstücke weiterhin auch preisgünstigen Wohnraum zu schaffen.

Der Leitfaden richtet sich vor allem an Kommunen und kommunale Gesellschaften, Stiftungen und Betriebe oder an gemeinwohlorientierte Institutionen und beinhaltet neben vielen Beispielen für Konzeptvergaben auch einen Serviceteil mit Checklisten und Mustern, um das Verfahren so einfach wie möglich zu gestalten. Entstanden ist das Papier vor dem Hintergrund kontinuierlich ansteigender Baulandpreise für Wohnungsbauten in den Ballungszentren in den letzten Jahren, die sich aus dem Wettbewerb um knappe Grundstücke ergeben. Diese Lücke zwischen Angebot und Nachfrage mache es immer schwieriger durch Bieterverfahren einen Grundstückspreis zu erzielen, der preisgünstigen Wohnraum überhaupt zulasse, sagte Wohnungsbauministerin Hinz. Diese Preisspirale könne mittels der neu festgeschriebenen Konzeptvergabe durchbrochen werden, denn deren Grundprinzip ist es, ein Grundstück nicht an den Meistbietenden zu verkaufen, sondern an den Akteur, der das beste Nutzungskonzept vorlegt und umsetzen kann. Die von der hessischen Landesregierung eingerichtete "Allianz für Wohnen" hatte die Erstellung eines Leitfadens zur Konzeptvergabe empfohlen.

Verschiedene Ziele können festgelegt werden

Neben dem Vorteil einer Beschränkung des Grundstückspreises können aber auch noch weitere Ziele, z.B. der Stadtentwicklung, in ein Bieterverfahren nach Konzeptvergabe aufgenommen werden. Durch Vorgaben der Grundstückseigentümer können zudem gemeinwirtschaftliche Ziele verwirklicht werden. "Während es einer Kommune an einem Ort fehlt, an dem sich die Bürgerinnen und Bürger versammeln können, möchte eine andere eine besonders ökologische Qualität im Wohnungsbau verwirklichen, eine Dritte braucht eine neue Kita. Das sind Kriterien, die in der Ausschreibung zur Konzeptvergabe festgeschrieben werden können", erläuterte Hinz.

Ein weiteres Element ist die Sicherstellung von vielfältigen Wohnformen und gemischten Bewohnerstrukturen. So haben kleinere Genossenschaften oder gemeinschaftliche Baugruppen in einem Preisbieterverfahren meist keine Chance auf einen Zuschlag. Sie sind oft nicht finanzstark genug oder brauchen mehr Zeit, um die Finanzierung zu klären. Über das Instrument einer Konzeptvergabe sollen nun solche Projekte nun gezielt gefördert werden.

Hier können Sie den Leitfaden "Grundstücksvergabe nach der Qualität von Konzepten" lesen.

Schlagworte zum Thema:  Hessen, Wohnungsbau

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