04.07.2012 | Hartz IV

6,18 Millionen Empfänger verdeutlichen Bedarf an Sozialer Wohnraumförderung

Im Hinblick auf die Bundesländer unterscheiden sich die Zahlen mit 3,4 % der Einwohner in Bayern bis hin zu 16, 7 % der Einwohner in Berlin.
Bild: Statistik BA, Eckwerte Grundsicherung SGB II Mai, Juni 2012 und StaBu 2011, Gemeindeverz. 31.12.2010

Am 28. Juni 2012 hat der Deutsche Landkreistag die SGB II-Empfängerzahlen für den Monat Juni veröffentlicht. Derzeit beziehen 6,18 Millionen Menschen Leistungen nach SGB II.

Gegenüber dem Vorjahresmonat Juni 2011 konnte damit ein Rückgang von etwa 2,9 Prozent beobachtet werden. Der Rückgang fällt in den Stadtstaaten am geringsten (-2,1 %), in den östlichen Flächenländern am stärksten (-4,3 %) aus. Grund zur Freunde angesichts des Rückgangs sei jedoch nicht gegeben: Es zeige sich, so der Landkreistag, dass mehr als zwei Drittel der Empfänger innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens 21 Monate die SGB II-Leistungen bezogen haben. Dies stellt einen verfestigten Leistungsbezug dar, der für die Betroffenen schwierig zu überwinden sei.

Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Wohnungswirtschaft: Die Anzahl preiswerter oder Sozial-Wohnungen geht stetig zurück. Die Branche fordert eine angemessene Mittelausstattung der Sozialen Wohnraumförderung auch über 2013 hinaus. Ein Großteil der SGB II-Leistungsbezieher ist insbesondere in (Groß-)Städten Mieter kommunaler oder genossenschaftlicher Wohnungsunternehmen. Verfestigter Leistungsbezug aufgrund geringer Einkommen oder Langzeitarbeitslosigkeit stellt die Unternehmen vor die Herausforderung, einerseits einem verstärkten Bedarf sozial flankierender Angebote in den Wohnquartieren gegenüber zu stehen, andererseits bei der energetischen Sanierung ihrer Wohnungsbestände an die Grenzen der Zahlungsfähigkeit ihrer Mieter bzw. der kommunalen Übernahme der 'Kosten der Unterkunft' zu stoßen.

Weitere Informationen: www.landkreistag.de

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