600 bis 700 Millionen Euro plant die Saga pro Jahr bis 2022 für den Wohnungsneubau ein Bild: A. Bock/Saga

Das kommunale Hamburger Wohnungsunternehmen Saga hält an den Plänen fest, bis 2022 jährlich 2.000 neue Wohnungen in der Hansestadt bauen zu wollen. Zwar seien die Möglichkeiten der Nachverdichtung im eigenen Bestand bereits ausgeschöpft und neue Flächen sowie ihre Bebauung kämen teurer, doch notfalls wolle man Schulden in Kauf nehmen, um an den Zielen festzuhalten, sagte Saga-Vorstandssprecher Thomas Krebs. 

Finanziell wird die Saga den Neubau der Wohnungen und Investitionen von 600 bis 700 Millionen Euro jährlich stemmen können. Im vergangenen Jahr habe man einen Überschuss von mehr als 200 Millionen Euro erwirtschaftet, so der Sprecher. Die Gesamtverschuldung steige durch den geplanten Neubau bis 2022 um eine Milliarde Euro auf 3,2 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen weiter mit.

"Bündnis für das Wohnen" soll helfen

Nicht nur freie Flächen werden in Hamburg knapp, auch Handwerker und Baudienstleister sind schwerer zu bekommen. "Woher sollen die Flächen kommen, wenn Hamburg noch zehn oder 20 Jahre kräftig wächst, eventuell auf mehr als zwei Millionen Einwohner?", fragte Krebs Anfang Juli in Hamburg.

Die Hamburger Wohnungswirtschaft hat sich bereits im Jahr 2016 mit den Mieterverbänden, den Haus- und Grundbesitzern und der Politik im "Bündnis für das Wohnen" auf den Neubau von 10.000 Wohnungen jährlich in der boomenden Metropole verständigt. Dazu werden auch Stadtteile neu entworfen und gebaut, wie aktuell die "Neue Mitte Altona".

Großsiedlungen nicht mehr en vogue Entwicklung der Quartiere das Ziel

Kann die Saga jährlich wie angestrebt 2.000 neue Wohnungen auf den Weg bringen, wären das so viele wie zuletzt in den 1960er und 1970er Jahren. "Aber damals waren das Großsiedlungen mit mehreren tausend Wohneinheiten", so Krebs. Das sei heute nicht mehr das Ziel, sondern die Entwicklung der Quartiere.

Die Saga werde im nächsten Schritt die neuen Stadtentwicklungsflächen nutzen und später auch bestehende Gebäude abreißen und neu bauen, um zusätzliche Wohnflächen zu gewinnen. Die Saga vermietet in Hamburg derzeit nach eigenen Angaben 132.000 Wohnungen. Die Durchschnittsmiete liegt demnach bei 6,44 Euro je Quadratmeter kalt. 

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungsunternehmen, Wohnungsbau, Neubau

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