Hamburg gibt 287 Millionen Euro für bezahlbares Wohnen aus

Für 2019 und 2020 will die Stadt Hamburg 287 Millionen Euro in die Hand nehmen und jährlich mindestens 3.000 geförderte Wohnungen neu bauen. Durch ein neues Programm zur Sicherung der Sozialbindung im Bestand sollen insgesamt etwa 5.000 bezahlbare Wohnungen geschaffen werden, sagte Stadtentwicklungssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt (SPD).

Das neue Programm soll die Verlängerung der Sozialbindung bestehender Wohnungen um weitere zehn Jahre und den Ankauf von Belegungsbindungen möglich machen. Zunächst angedacht war eine Verlängerung um fünf Jahre. Darüber hinaus seien die Förderkonditionen für Neubauten verbessert worden, so Stapelfeldt weiter.

Neubauförderung: Mindestbindungszeiten von 15 auf 20 Jahre verlängert

Wie die Stadt Hamburg mitteilt, wurden im vergangenen Jahr 2.466 Mietwohnungen im geförderten Neubau fertig gestellt. Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) habe zudem Förderungen für die Errichtung von 3.001 sozial gebundenen Neubauwohnungen bewilligt.

Die Mindestbindungszeiten sollen in der Neubauförderung von bisher 15 auf jetzt 20 Jahre verlängert werden. 

"Hier zahlt sich unsere Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft und den Bezirken im Bündnis für das Wohnen in Hamburg aus." Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt

Seit 2011 habe Hamburg im Rahmen des Wohnungsbauprogramms des Senats mehr als 20.000 Sozialwohnungen im Neubau gefördert.

Wohnraumförderung 2018: Klassische Sozialwohnungen machen Löwenanteil aus

Von den Förderbewilligungen für 3.001 Wohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindungen im vergangenen Jahr, machten den Großteil (2.546 Wohnungen) klassische Sozialwohnungen mit einer Anfangsmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche aus. 455 Wohnungen mit einer Anfangsmiete von 8,60 Euro pro Quadratmeter kamen im zweiten Förderweg für Haushalte mit mittleren Einkommen hinzu. 2.466 Sozialwohnungen wurden nach Angaben der Stadt neu gebaut. 

Rund ein Drittel der geförderten Wohnungen geht auf die kommunale Saga

Auf das stadteigene Unternehmen Saga entfielen 2018 demnach mehr als 36 Prozent (1.095 Einheiten) der bewilligten Sozialwohnungen. In die soziale Wohnraumförderung haben außerdem Wohnungsbaugenossenschaften (27 Prozent) und private Anleger (15 Prozent) investiert. 

Im Doppelhaushalt 2019/2020 stehen für die Wohnraumförderung im Jahr 2019 rund 138 Millionen Euro zur Verfügung, im Jahr 2020 sollen es etwa 149 Millionen Euro sein.

"Hamburg zeigt, wie sozialer Wohnungsbau geht. 3.000 Sozialwohnungen pro Jahr werden dazu beitragen, die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen – anders als Mietpreisbremse, Mietenstopp oder neue Gemeinnützigkeit." Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW)

Wichtig sei allerdings, dass neben dem Bau von Sozialwohnungen die Errichtung von Wohnungen für Haushalte mit mittleren Einkommen nicht vergessen werde, so Breitner weiter. Diese hätte zwar keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung, könnten sich aber auch Kaltmieten von mehr als zehn Euro pro Quadratmeter nicht leisten. 

Schleswig-Holstein: CDU für Nachrangdarlehen und Sonderabschreibungen

In Schleswig-Holstein hat die CDU-Landtagsfraktion Vorschläge für mehr bezahlbaren Wohnraum vorgelegt. Fraktionschef Tobias Koch und der Wohnungsbaupolitiker Peter Lehnert brachten Nachrangdarlehen vom Land für Haushalte mit geringerem und mittleren Einkommen ins Spiel und sprachen sich für Sonderabschreibungen beim Bau von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern aus. Das Wohngeld würde die CDU an die regionale Mietpreisentwicklung anpassen wollen.

Ein Wohnraumförderprogramm forderte Wohnungsbaupolitikerin Özlem Ünsal (SPD): "Wir brauchen einen deutlich stärkeren Kriterienkatalog für soziale Nachhaltigkeit als bisher". Nötig seien zusätzliche Mittel von Bund und Ländern.

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