Hamburg: BFW Nord verdoppelt Zahl neu gebauter Wohnungen

Die privaten Wohnungsunternehmen im BFW Nord haben im vergangenen Jahr in Hamburg 5.632 Wohnungen gebaut. Das sind etwa doppelt so viele wie 2017, lautet ein Fazit von der Jahresversammlung des Verbands. Ob sich der Boom fortsetzt, hängt auch von der Wohnungspolitik ab. 

"Jetzt werden die Früchte der kontinuierlichen Arbeit unserer Unternehmen in den vergangenen Jahren sichtbar", sagte Sönke Struck, Vorsitzender der Landesverbands Nord des Bundesverbands freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW Nord), am 21. Februar bei der Jahresversammlung in Hamburg.

"Wir stemmen seit Jahren den Großteil des Neubaus in Hamburg, so auch 2018. Wir sind diejenigen, die bauen." Sönke Struck, Vorsitzender BFW Nord

Im Vorjahr hätten die privaten Unternehmen mit dem Bau von 5.075 Wohnungen in Hamburg begonnen, im laufenden Jahr sei der Baustart für 7.338 Wohnungen geplant.

Regulierungen schrecken Bauherren ab

Die verschärfte Mietpreisbremse, die Diskussion um eine Deckelung der Mieten und andere Maßnahmen schreckten Bauherren jedoch ab, gab Struck auf dem Verbandstag zu bedenken. Dadurch drohe der Neubau gebremst zu werden. Auch die Tatsache, dass Hamburg städtische Grundstücke künftig vorrangig über Erbpacht vergeben will, stößt bei den Mittelständlern nicht auf Gegenliebe.

"Viele Unternehmen denken darüber nach, ihre Aktivitäten auf den Markt für Gewerbeimmobilien zu verlagern oder ins Umland." Sönke Struck, Vorsitzender BFW Nord

Dazu erklärte Andreas Breitner, Direktor des ebenfalls unter anderem in der Hansestadt aktiven Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW): "Der mögliche Rückzug privater mittelständischer Wohnungsunternehmen ist eine beunruhigende Entwicklung, die die angespannte Lage auf Hamburgs Wohnungsmarkt weiter verschärfen könnte."

Die Politik sei gefordert, alles zu unternehmen, den Bau von Wohnungen in Hamburg zu erleichtern. Auch die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften (359 in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg) spürten im Alltag die Probleme bei der Erschließung von geeignetem Bauland, so Breitner. 

Benachbarte Bundesländer profitieren von Metropolregion Hamburg

Struck zufolge profitierten auch die benachbarten Bundesländer von der Attraktivität der Metropolregion Hamburg. So seien etwa in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr 1.366 Wohnungen von BFW-Mitgliedern fertiggestellt und der Bau von 1.315 Wohnungen begonnen worden. Für das laufende Jahr sprach Struck davon, dass 3.253 Wohnungen geplant seien. Das wäre ein neuer Rekord.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern habe sich der Wohnungsmarkt positiv entwickelt. Die privaten Unternehmen stellten Struck zufolge 809 Wohnungen fertig, was eine Steigerung von 83 Prozent bedeute. Für das laufende Jahr sei mit dem Baubeginn von 1.048 Wohnungen zu rechnen.


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Schlagworte zum Thema:  Wohnungsbau, Wohnungsunternehmen, Neubau