Hamburg verzeichnet weiter steigende Baugenehmigungszahlen (Symbolfoto) Bild: Helene Debertin

Hamburg ist bei der Zahl erteilter Baugenehmigungen auf Rekordkurs. Dem Statistikamt Nord zufolge wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres 9.913 Wohneinheiten genehmigt. Das sind gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Jahres 47,8 Prozent mehr. Besonders hoch war der Anstieg im Geschosswohnungsbau.

So wurden bei Gebäuden mit drei und mehr Wohnungen mit 7.790 Wohnungen 60,4 Prozent mehr Genehmigungen erteilt als im Vergleichszeitraum des Jahres 2016. Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) zeigte sich von dieser Entwicklung positiv überrascht: "Wir haben eigentlich erwartet, dass die Zahl der Baugenehmigungen stagniert, weil die reifen Früchte gepflückt sind. Dass die gute Entwicklung jedoch weiter anhält, liegt an dem Bündnis für das Wohnen", sagte VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner.

Verband plädiert für sinnvolle Nachverdichtung

Gleichzeitig mahnte Breitner, die Anstrengungen für die Errichtung bezahlbarer Wohnungen nicht aufzugeben. Vielmehr müsse der Bau bezahlbaren Wohnraums zur Chefsache werden. Eine geplante Volksinitiative des Naturschutzbundes zum Schutz städtischer Grünflächen vor Bebauung kritisierte der Verbandsdirektor und schloss sich damit Siegmund Chychla, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg von 1890, an.

Dieser hatte das Vorhaben im Hamburger Abendblatt als "Kampf der Besitzenden gegen die Besitzlosen; derjenigen, die eine Wohnung haben, gegen diejenigen, die eine benötigen", bezeichnet. Auch Breitner hält eine Beschränkung des Wohnungsbaus für kontraproduktiv. "Der Senat und die Wohnungswirtschaft haben sich eine ehrgeizige Wohnungsbauagenda auferlegt, weil Hamburg wächst. Wir plädieren dafür, sinnvoll zu verdichten und auch am Rande die Stadt zu erweitern", so Breitner. Hamburg könne auch noch in die Höhe wachsen.

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