Gewobag bekommt Zuschlag für NKZ am Kottbusser Tor

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag hat das Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ) am Kottbusser Tor in Berlin gekauft. Ursprünglich sollte das Gebäude aus den 70er-Jahren mit 295 Sozialwohnungen und 90 Läden an einen Privatinvestor verkauft werden. Der Vertrag mit der Gewobag wurde notariell beurkundet, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mitgeteilt hat. Die Gewobag hatte im Bieterverfahren 56,5 Millionen Euro geboten.

Die private Fondgesellschaft Juwelus NKZ Projekt GmbH soll laut Senatsverwaltung 57,5 Millionen geboten haben, rund eine Million Euro mehr als die Gewobag. Der Privatinvestor habe jedoch seine Unterlagen zur Finanzierung nicht rechtzeitig vorgelegt, hieß es in der Mitteilung. Die Gewobag sei schließlich als Zweitbietende zum Zuge genommen.

Vor wenigen Wochen unterlag die Wohnungsbaugesellschaft noch im Bieterwettstreit gegen die Juwelus NKZ Projekt GmbH. Der Stadt zufolge hatte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in Abstimmung mit dem Senat mehrfach angekündigt, im Falle des Verkaufs an NKZ Projekt GmbH von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen zu wollen.

Der Mieterverein begrüßte, dass das NKZ kommunal wird, beklagte jedoch, dass das einst mit hohen öffentlichen Mitteln errichtete Haus nun von der Landesgesellschaft teuer gekauft werden musste. Dies zeige die Widersinnigkeit des alten Fördersystems. Die Wohnungen müssten länger als Sozialwohnungen mit bezahlbaren Mieten gebunden werden, so der Mieterverein.

In Berlin-Kreuzberg hat vor ein paar Tagen zudem eines der letzten großen Entwicklungsgrundstücke den Eigentümer gewechselt: Der Bund hat das 47.000 Quadratmeter große Dragoner-Areal an die Stadt übertragen.

dpa
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