23.02.2016 | Top-Thema Aufwertung durch Gestaltung: Streetart-Projekt "Stadt.Wand.Kunst" in Mannheim

Kooperation ermöglicht Streetart-Projekt

Kapitel
Bild: Alexander Krziwanie

Anfang 2013 entschied sich die GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH (GBG), mehrere Fassaden von Bestandsgebäuden von Stars der Grafitti- und Streetart-Szene gestalten zu lassen. Durch die Kooperation von drei kommunalen Unternehmen und einem Farbhersteller für Graffiti wächst so ein Streetart-Museum.

Die Idee für das Projekt, das 2015 vom Innovationsfonds Baden-Württemberg ausgezeichnet und mit einer fünfstelligen Fördersumme ausgestattet wurde, entstand Anfang 2013. Damals trafen sich Sören Gerhold, Geschäftsführer des Mannheimer Veranstaltungshauses "Alte Feuerwache", Alexander Krziwanie vom Farbenhersteller Montana Cans und Vertreter der GBG. Die bekennenden Streetart- und Mannheim-Fans beratschlagten, wie man ein großes Mural (Form der Wandmalerei) des international gefeierten Duos Herakut möglich zentral an eine Hauswand bringen könnte.
Die studierten Grafikdesigner Jasmin Siddiqui und Falk Lehmann, die sich hinter dem Namen Herakut verbergen, wollten eine Episode ihres Projektes Giant Story Books in Mannheim umsetzen und so die Stadt in eine Reihe mit den Städten Toronto, Montreal und San Francisco stellen.

Erste Erfahrungen

"Wir waren schon ein wenig skeptisch, ob wir mit unserem Vorstoß auch bei den für das Stadtbild verantwortlichen Personen Begeisterung entfachen könnten", erinnert sich Sören Gerhold von der Alten Feuerwache Mannheim. "Aber alles lief viel entspannter und wir benötigten nur einen Bruchteil der Argumente, die wir uns bereitgelegt hatten, und es ließ sich sogar eine Fassade in Sichtweite zum Rathaus realisieren."
Nach dieser positiven Erfahrung war für die Beteiligten klar, bei diesem einen Werk durfte es nicht bleiben. Schließlich erhielt die GBG nach anfänglichen Zweifeln sehr viel positive Resonanz von ihren Mietern und aus der Stadtgesellschaft. Also hielt man direkt nach dem ersten Kunstwerk Ausschau nach weiteren passenden Wänden. Alexander Krziwanie, der die Kontakte zu den Künstlern knüpft, ergänzt: "So gingen wir schneller als erwartet an die Umsetzung unserer eigentlichen Idee - der Schaffung eines für alle Bürger frei zugänglichen Museums, das von international anerkannten Streetartkünstlern und regionalen Größen der bildenden Kunst bespielt wird."

Um das Stadt.Wand.Kunst-Projekt in der lokalen Kulturszene der Stadt fest zu verankern, wurde 2014 das Netzwerk erweitert und mit Kirsten Batzler von der Geschäftsstelle für kulturelle Stadtentwicklung ergänzt. Die Geschäftsstelle ist Bindeglied zwischen den unterschiedlichen kulturellen Playern Mannheims und hatte das Projekt bereits im ersten Jahr finanziell unterstützt.

Im gleichen Jahr (2014) konnte dann der "Modern Thinker" des russischen Künstlers Aske Sicksystem an einer weiteren Hausfassade verwirklicht und der zweite Stadt.Wand.Kunst-Baustein gesetzt werden. Der Künstler, der bisher seine großformatigen Werke schwerpunktmäßig in Russland realisiert hatte und 2010 vom New York Magazine in die Top 20 der aufstrebendsten bildenden Künstler gewählt wurde, war ab der ersten Kontaktaufnahme von der Museums-Idee begeistert.

Hier geht es zum zweiten Teil des Artikels: Finanzielle Förderung

Dieser Artikel erscheint in der Fachzeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft, Ausgabe 3/2016.

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Aufwertung

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