23.02.2016 | Top-Thema Aufwertung durch Gestaltung: Streetart-Projekt "Stadt.Wand.Kunst" in Mannheim

Finanzielle Förderung

Kapitel
Bild: Alexander Krziwanie

2015 konnte das Projekt durch die Würdigung und finanzielle Unterstützung des Innovationsfonds Baden-Württemberg intensiviert werden.

Mit der Fördersumme, die das Projekt für die Jahre 2015/2016 bei fortlaufendem Engagement der Initiatoren absichert, konnten erstmals mehrere Kunstwerke zeitgleich realisiert werden. So wuchs das Museum um drei reguläre Bausteine, die ihre Betrachter fesseln und ihre Umgebung visuell auflockern.

Das erste Kunstwerk in dieser Reihe trägt den Titel "Motion". Es wurde von den serbischen Zwillingen Ivan und Nicola Gajic aus Belgrad im August in der Mannheimer Neckarstadt-West an die vormals graue Hauswand gebracht. Beide studierten in Wien angewandte Künste. Zur gleichen Zeit wurde an neuralgischer Stelle in der Mannheimer Innenstadt gegenüber dem Institut für Deutsche Sprache ein kalligrafisches Kunstwerk des Berliners Christoph Hässler alias Stohead angefertigt. An dem Haus, das die für die Mannheimer Innenstadt typische Quadratezählweise S5, 1 trägt, steht in großformatigen leicht verfremdeten wiederkehrenden Lettern das englische Wort "Rhythm" als Replik auf Mannheims Ernennung zur Unesco City of Music geschrieben.

Der jüngste Baustein zu Stadt.Wand.Kunst wurde im Oktober 2015 vom Münchner Künstler Satone an eine weitere Fassade in der Neckarstadt gebracht. Hinter dem Namen verbirgt sich der in Venezuela geborenen Rafael Gerlach. Seine Kunst ist so bedeutend, dass sie aktuell als Soloausstellung in der 886 Geary Gallery in San Francisco betrachtet werden kann. Sein Werk in Mannheim trägt den Namen "Insomnia". Es bildet, wie schon das in Sichtweite gelegene "Motion", einen Kontrapunkt und bricht die eher gleichförmige Umgebung auf.
Im Rahmenprogramm des Projekts wurde zusätzlich 2015 die Konversionsfläche Franklin bespielt. Franklin ist ein 140 ha großes ehemals militärisch genutztes Areal innerhalb der Gemarkung Mannheims, das noch in diesem Jahr von der Stadt Mannheim erworben wird und auf dem in wenigen Jahren bis zu 8.000 Menschen leben sollen. Hier konnte in Form einer kulturellen Zwischennutzung der Fläche im Rahmen eines mehrtätigen Workshops lokalen Künstlern sowie Jugendlichen einer Mannheimer Werkreal- und Realschule die Möglichkeit gegeben werden, sich an großen Fassaden auszuprobieren, die mit Erschließung des Gebiets jedoch rückgebaut werden. Eine Künstlergruppe gestaltete dabei parallel drei unmittelbar nebeneinander liegende Fassaden mit völlig unterschiedlichen Motiven und Gestaltungsmustern. Das Ergebnis ist ein Ensemble der Vielfältigkeit.

Wie geht es weiter?

Für das kommende Jahr laufen die Planungen für Stadt.Wand.Kunst bereits wieder. "Schließlich haben wir noch einige Fassaden im Blick, die sich für ein urbanes Museum anbieten“, erklärt GBG-Geschäftsführer Karl-Heinz Frings, der seit seinem Antritt das Projekt unterstützt.

Angedacht für das kommende Jahr ist die Realisierung eines Werkes, das in puncto Größe die bisherigen Murals übertreffen wird. Zudem wird 2016 erstmals ein lokaler Künstler einen offiziellen Baustein zu der Stadt.Wand.Kunst Reihe liefern und es werden weitere Stadtteile in das urbane Museum mit einbezogen.

Dieser Artikel erscheint in der Fachzeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft, Ausgabe 3/2016.

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Aufwertung

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